13. Strafe: Chef bestohlen

Während eines Strafaufschubs bestahl zwölffach vorbestrafte 43-jährige Frau im Frühjahr 2021 neuen Arbeitgeber. 2018 hatte die Frau im Familypark Diebstähle begangen.

Elisabeth Kirchmeir Erstellt am 10. Oktober 2021 | 06:08
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Zwölf Vorstrafen hatte die 43-Jährige aus dem Bezirk Oberpullendorf bereits. Zuletzt war sie wegen Betrugs zu einer Haftstrafe verurteilt worden, die Richterin gewährte ihr aber einen Strafaufschub, damit sich die Frau einen neuen Job suchen konnte.

Am 22. März 2021 fing sie in einem Büro im Bezirk Oberpullendorf an zu arbeiten. Bis zum 2. Juni 2021 verschwanden dort zahlreiche Gegenstände im Gesamtwert von 2.000 Euro, darunter zwei Laptops, Kaffeebohnen, Glaskrüge, Desinfektionsspray und Toilettenpapier. Als Täterin konnte die neue Mitarbeiterin überführt werden. Die Frau wurde verhaftet und in die Justizanstalt Eisenstadt eingeliefert. Vor Richterin Karin Lückl bekannte sich die Frau zu den Diebstählen bei ihrem Arbeitgeber schuldig. Nur das Toilettenpapier habe sie nicht mitgenommen. „Ich habe sogar eigenes mitgebracht“, sagte sie.

Gerichtspsychiater Peter Hoffmann stellte fest, dass die Frau keine „hochpathologische Kleptomanin“ sei. „Reine Kleptomanen stehlen im großen Stil Dinge, die sie nicht brauchen“, so der Sachverständige. Die Angeklagte habe hingegen Gebrauchsgegenstände mitgenommen, die ihr nützlich erschienen. Das Diebsgut konnte fast vollständig an den Ex-Chef zurückgegeben werden.

Bei einer Hausdurchsuchung fand die Polizei im Keller der Frau 14 Kilogramm abgelaufene Butter und verdorbenes Faschiertes – beides stammte jedoch nicht aus den Diebstählen am Arbeitsplatz. 2018 war die Frau wegen mehrerer Diebstähle im Familypark St. Margarethen verurteilt worden, wo sie trotz ihrer damals bereits zehn Vorstrafen Arbeit gefunden hatte. Im Familypark hatte sie Bargeld aus Wechselgeldtaschen und Geldbörsen sowie Gutscheine und Wertmünzen gestohlen. Für die 2021 begangenen Diebstähle erhielt die Frau nun eine Haftstrafe von 14 Monaten unbedingt. Zusätzlich muss sie neuneinhalb Monate Haft aus einem früheren Verfahren verbüßen. Die Angeklagte nahm das Urteil an.