Blutig geschlagen? Frau zeigte ihren Ex an. Opfer soll Plastiksackerl über den Kopf gestülpt und in Badewanne unter Wasser gedrückt worden sein.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 15. Mai 2019 (04:33)
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Symbolbild

Im Oktober 2010 soll eine Frau in einem Haus im Bezirk Oberpullendorf eine Horrornacht erlebt haben. Erst sieben Jahre später ging sie zur Polizei.

Die Misshandlungen, die der heute 40-jährige, mit einem Alkoholproblem behaftete, Mann seiner Freundin am 16. Oktober 2010 zugefügt haben sollen, beginnen damit, dass er ihren Kopf gegen die Kühlschranktür gedroschen haben soll und enden mit dem Vorwurf der Vergewaltigung.

Dazwischen soll der Mann seine Freundin, die er rund drei oder vier Monate zuvor in Wien kennengelernt hatte, gezwungen haben, nicht aufgetautes Gemüse zu essen. Als sie dieses nicht schnell genug schluckte, soll es Faustschläge gesetzt haben. Der Angeklagte soll der Frau eine Waffe gezeigt haben, die er in seinem Tresor aufbewahrte, und soll ihr mit den Worten gedroht haben, er sei Fremdenlegionär, sie Kriegsgeisel und er befinde sich im Krieg.

„Er stülpte ihr ein Plastiksackerl über den Kopf, sie verlor das Bewusstsein“, setzte Staatsanwalt Heinz Prinke die Schilderungen der angeblichen Gewalttaten fort. In der Badewanne soll der Angeklagte seine Freundin unter Wasser gedrückt haben. Von mehreren Vergewaltigungen ist die Rede, vom Einsperren und der Drohung, sie solle niemandem etwas erzählen, sonst werde er sie umbringen.

Zwei Tage lang soll die Frau blutüberströmt im Bett zugebracht haben.

„Sie hatte Todesangst, dass sie verblutet...“

„Sie hatte Todesangst, dass sie verbluten werde“, berichtete der Staatsanwalt. Erst am dritten Tag habe sie eine Freundin zu dem Haus im Bezirk Oberpullendorf lotsen und ihren Transport nach Wien organisieren können. „Sie lag da mit blutigen Lippen und gebrochener Nase“, erinnerte sich eine zweite damals alarmierte Freundin. Man habe sofort den Transport ins Spital organisiert. „Sie sagte, dass sie sagen wird, dass sie am Schwedenplatz zusammengeschlagen wurde“, berichtete die Zeugin.

„Ich habe mich geärgert, dass sie ihn nicht angezeigt hat.“ Vor Gericht gab sich der Angeklagte, der nach eigenen Worten einen Alkoholentzug absolviert hat, selbstbewusst. Er habe vor dem Prozess „nur ein Stamperl getrunken“, gab er bekannt. Für die angeklagten Misshandlungen sei er nicht verantwortlich. „Wenn ich das wirklich gemacht hätte, wäre sie nicht mehr da!“, prahlte er.

„So etwas kann kein Mensch überleben. Das sage ich beinhart.“ Seine Ex-Freundin sei drogensüchtig gewesen. An diesem Tag im Oktober habe er ihr das bei ihm deponierte Suchtgift nicht geben wollen. Das habe sie nicht akzeptieren wollen und es habe sich eine Rauferei ergeben. Seine Freundin habe ihn in die Hoden getreten, er habe ihr „eine g‘schmiert“ und Faustschläge versetzt.

Die Rippenbrüche habe sie sich selbst bei einem Sturz im Badezimmer zugefügt. Der Vorfall sei im übrigen gar kein Grund für das Ende der Beziehung gewesen. „Wir haben regelmäßig Sex gehabt und Silvester verbrachte sie bei mir“, erklärte der Angeklagte. Der Prozess wurde zur Einvernahme weiterer Zeugen vertagt.