Jäger sensibilisieren: "Tiere sollten Ruhephasen haben". Pandemiebedingt sind besonders viele Menschen in ihrer Freizeit in der Natur unterwegs. Jägerschaft appelliert, Rücksicht auf Lebewesen zu nehmen.

Von Jennifer Priedl. Erstellt am 09. April 2021 (04:33)
Appell. „Man sollte den Lebensraum der Wildtiere wenigstens in den Abend-, Nacht-, und Morgenstunden respektieren“, so Herbert Pfeiffer.
BVZ

BEZIRK „Seit dem Forstgesetz 1975 ist der Wald für jedermann rund um die Uhr frei betretbar“, weiß Bezirksjägermeister Herbert Pfeiffer. Pandemiebedingt sind besonders viele Menschen in ihrer Freizeit in der Natur unterwegs und oft noch in den späten Abendstunden, wie Jäger aus dem Bezirk berichten. Daher appelliert Bezirksjägermeister Herbert Pfeiffer, dass jeder mit seinem Verhalten in der Natur Rücksicht auf die Lebewesen nimmt.

„Auch unsere Wildtiere sollten in ihren Naturlebensräumen Ruhephasen haben. Eine gute Lösung für die Zukunft wäre etwa, dass der Wald erst 90 Minuten nach Sonnenaufgang betreten werden darf und 90 Minuten vor Sonnenuntergang verlassen werden sollte. Im Wald ist der Mensch ja ein Mitgeschöpf der Wildtiere. Man sollte den Lebensraum der Wildtiere daher wenigstens in den Abend-, Nacht-, und Morgenstunden respektieren.

Das ist jedenfalls mein Vorschlag. Wenn jetzt Menschen mit Stirnlampen im Wald herumlaufen, ist das so, wie wenn jemand in der Nacht mit Stirnlampe durch mein Schlafzimmer laufen würde. Die Konsumgesellschaft muss im Sinne der Nachhaltigkeit unserer Naturlebensräume lernen, Rücksicht zu nehmen und den Lebensraum der Wildtiere zu respektieren. Natürlich ist hier in erster Linie der Gesetzgeber gefordert“, so Bezirksjägermeister Herbert Pfeiffer.

Mit 1. April erfolgte Start zur Jagdsaison

Er führt aber auch aus, dass auch der Jäger achtsam sein sollte, wenn sich mehr Menschen in den späten Abendstunden im Wald aufhalten. Mit 1. April startete nämlich die Jagdsaison in den Weingärten, mit 16. April beginnt sie im Wald. Pfeiffer erklärt zu den Schusszeiten im Burgenland, dass in den Weingärten bereits die Schmalgeißen gejagt werden.

„Bei Schäden in Weingärten dürfen Schmalgeißen und Böcke der Klasse II nach Meldung an die Bezirkshauptmannschaft bereits ab 1. April erlegt werden. Rotwild ist ab 1. Mai zu erlegen“, so Pfeiffer. Das Wildschwein sei ganzjährig zu jagen, weiters keine Schonzeit genießen Wildkaninchen, Waschbär, Marderhund, Fuchs, Stein- oder Hausmarder, Waldiltis sowie Großes und Kleines Wiesel. Wenn sich generell mehr Menschen im Lebensraum vom Wild bewegen, führe das zu Stress beim Wild und zu vermehrten Verbiss- und Wildschäden.

„Die Wildschweine auf den Wiesen sind ganzjährig ein Problem und dies wird im Frühjahr, Herbst, sowie durch Feldfrüchte im Sommer verstärkt“, so Pfeiffer, der auch betont, dass nachhaltige Jagd eine Naturschutzfunktion ist und dem Gemeinwohl dient.