Mutter und Tochter quälten Hundewelpen. Mutter und Tochter standen vor Gericht, weil sie Hundewelpen unter desaströsen Umständen hielten.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 13. Dezember 2019 (03:28)
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Unbelehrbar ist offenbar eine 68-jährige Pensionistin aus dem Bezirk Oberpullendorf: Nach einem Prozess wegen Tierquälerei 2017 hatte die Bezirkshauptmannschaft gegen sie ein Hundehalteverbot ausgesprochen.

Nun steht die Frau neuerlich vor Gericht, weil sie Hunden unnötige Qualen zugefügt und Käufer von Hundewelpen über den Gesundheitszustand der Tiere falsch informiert haben soll.

Die Anklagebank teilte sich die Pensionistin vorige Woche mit ihrer 49-jährigen Tochter, in deren Haus die Polizei am 14. Mai 2019 Hundebabys in einem nicht geheizten Raum vorgefunden hatte, wo die Tiere unter desaströsen hygienischen Bedingungen – wie es in der Anklageschrift heißt – gehalten wurden.

Boxen und Zwinger seien hochgradig verkotet gewesen. „Elterntiere und Welpen waren unterernährt. Sie litten unter Augenentzündungen, Sekretrinnen und Wurmbefall“, so die Vorwürfe aus der Anklageschrift. 15 Hunde wurden der jüngeren Angeklagten damals abgenommen.

Drei Kundinnen, die bei den beiden Angeklagten Hundewelpen kauften, sollen gezielt getäuscht worden sein. Die Hundezüchterinnen hatten behauptet, die Hunde seien gesund, ausreichend geimpft und gechipt. Teilweise wurden verfälschte Impfpässe vorgelegt.

Beide Frauen wurden wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs und Tierquälerei angeklagt, die Mutter zudem wegen Urkundenfälschung.

Verteidigerin: „Kein qualvoller Zustand“

Die Verteidigerin der Tochter forderte für ihre Mandantin einen Freispruch: Von Betrug sei weit und breit keine Rede“. Und zum Vorwurf der Tierquälerei führte die Anwältin aus: „Selbst wenn es einzelne Missstände gab, wenn Kot und Urin und einmal ein Gitter im Raum waren, selbst das ist bei weitem kein qualvoller Zustand.“

Dem konnte Richterin Birgit Falb nicht folgen: „Das Beweisverfahren ergab eindeutig, dass es keine artgerechte Tierhaltung war“, erklärte sie. „Es war kalt, die Welpen haben gezittert. Sie waren unterernährt und verkotet.“

Die jüngere Angeklagte wurde wegen des Betruges an einer Kundin und Tierquälerei zu fünf Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Die Verteidigerin meldete gegen dieses Urteil volle Berufung an. Fortgesetzt wurde danach der Prozess gegen die Mutter.

Besonders dramatisch soll der Zustand eines nach Niederösterreich verkauften Hundes gewesen sein. Die Angeklagte hatte das Tier am 23. Dezember 2018 zur Kundin gebracht, in der Nacht auf den 24. Dezember fing der Hund an zu husten. Der Zustand des Tieres verschlimmerte sich über die Feiertage. Am 28. Dezember musste der Hund in einer Tierklinik notoperiert werden.

„Ich würde ein krankes Tier nicht verkaufen“, beteuerte die Angeklagte. „Der Hund war kerngesund, als ich ihn hinbrachte.“ Der Prozess wurde vertagt.