Vater bedrohte Familie mit "albanischer Mafia". Ein 48-jähriger Ungar übermittelte seiner in Scheidung lebenden Frau und deren Sohn beunruhigende Nachrichten.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 28. Februar 2020 (03:46)
Symbolbild
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„1000 Euro“ sei es ihm wert, seine Frau und deren 14-jährigen Sohn von der „albanischen Mafia“ töten zu lassen, ließ der 48-jährige Angeklagte Ende November 2019 seine Familie wissen.

Kürzlich musste sich der in U-Haft befindliche Mann vor Gericht verantworten.

Ebenfalls im November 2019 hatte er angekündigt, es werde „Blut fließen wie bei Romeo und Julia“, weil er „sicher nicht ins Gefängnis gehe“. Diese Drohungen äußerte er auch gegenüber seinem Stiefsohn.

Außerdem soll der Mann seine Frau geschlagen und gestoßen haben. Am 16. November 2019 soll er versucht haben, sie zur Unterschrift auf einem Schriftstück zu zwingen, mit dem sie die Anzeigen gegen ihn zurückgezogen hätte.

Auch soll der Mann auf den Namen seiner Frau Waren bestellt, aber nicht bezahlt haben.

Gattin sollte Anzeigen zurückziehen

Eine ungarische Freundin des Ehepaares erlebte einen Teil des Dramas mit. Sie begleitete die Frau, die sich vor ihrem Mann gefürchtet hatte, zur Polizei und erlebte mit, wie der Angeklagte sie aufforderte, das Schriftstück zu unterschreiben, mit dem sie die Anzeigen gegen ihn zurückgezogen hätte. „Die Polizei in Oberpullendorf wusste nicht mehr, wem sie glauben soll“, berichtete die Freundin des Ehepaares. „Sie gingen abwechselnd zur Polizei und zeigten sich gegenseitig an.“

Richterin Birgit Falb verurteilte den Mann, der keinerlei Geständnis abgelegt hatte, wegen fast aller Anklagepunkte zu acht Monaten Freiheitsstrafe unbedingt.

Zusätzlich wurde die bedingte Strafnachsicht für eine frühere Haftstrafe im Ausmaß von sieben Monaten widerrufen, weshalb nunmehr eine Gesamthaftstrafe von 15 Monaten zu verbüßen wäre.

Der Angeklagte wollte dieses Urteil nicht akzeptieren und meldete volle Berufung an.