Winzer befürchten extreme Verluste. Alle großen Wein-Events im Blaufränkischland stehen in den Sternen. Das Rotweinopening Horitschon wurde abgesagt.

Von Dieter Dank, Isabella Kuzmits und Michaela Grabner. Erstellt am 16. April 2020 (04:34)
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Die großen Weinevents locken jährlich tausende Besucher ins Blaufränkischland. Bereits abgesagt wurde das Rotweinopening Horitschon, das am Pfingstwochenende stattfindet. Ob die übrigen großen Weinkosten – das Rotweinfestival Mittelburgenland in Deutschkreutz (9. bis 12. Juli), das Internationale Rotweinerlebnis in Lutzmannsburg (7. bis 10. August) und die Rotweintage Neckenmarkt (13. bis 15. August) – heuer stattfinden werden, ist noch in Schwebe.

Gerald Wieder (Obmann Weinbauverein Neckenmarkt): „Für die Rotweintage habe ich persönlich nur wenig Hoffnung.“
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„Das Rotweinfestival wird meiner Meinung nicht stattfinden, aber schauen wir mal, wohin die Reise noch gehen wird“, meint Deutschkreutz’ Weinbauvereinsobmann Christian Kirnbauer. Es werde kein größeres Wein-Event möglich sein, solange es keinen Impfstoff oder ein wirksames Medikament gebe. „Der Umsatz ist eingebrochen, da wichtige Abnehmer in der Gastronomie (Hotels) fehlen“, erklärt er.

„Das Rotweinfestival wird meiner Meinung nicht stattfinden, aber schauen wir mal, wohin die Reise noch gehen wird“,

Mit einem Verlust von 50 Prozent durch die Krise rechnet Blaufränkisch Mittelburgenland-Präsident Walter Kirnbauer. Man habe wichtige Events in Salzburg und Vorarlberg nicht wahrnehmen können und viele Top-Hotels in Österreich seien geschlossen und könnten daher auch nicht die Top-Weine aus dem Mittelburgenland verkaufen.

Walter Kirnbauer (Präsident Verband Blaufränkisch Mittelburgenland): „Wir konzentrieren uns schon auf 2021.“
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„Wir konzentrieren uns schon auf 2021 und hoffen auf einen Impfstoff im Herbst dieses Jahres“, so Kirnbauer. „Online-Handel finde ich gut, aber die Touristen wollen unsere tollen Weine vor Ort verkosten.“

Christian Kirnbauer (Obmann Weinbauverein Deutschkreutz): Der Umsatz ist eingebrochen, da wichtige Abnehmer fehlen.“
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Online-Shops stehen derzeit dennoch auch in Sachen Wein im Fokus, wie auch Gerald Wieder, Weinbauvereinsobmann von Neckenmarkt und Kellermeister im Winzerkeller Neckenmarkt, bestätigt. „Wichtige Absatzmärkte sind zurzeit weg. Wir versuchen, die Konsumenten über Social-Media am Laufenden zu halten“, so Wieder. Für die Abhaltung der Rotweintage hat er persönlich nur wenig Hoffnung. „Das wissen nur die Sterne und diese schweigen momentan, als Plan B ist eine Verschiebung angedacht.“

Rotweinherbst soll ausgeweitet werden

Eine Verschiebung war zunächst auch der Plan der Horitschoner Winzer für das Rotweinopening zu Pfingsten gewesen. Aufgrund des Coronavirusbedingten Veranstaltungsverbotes bis zumindest Ende Juni musste dieses aber nun abgesagt werden. Im Gegenzug ist geplant, den Rotweinherbst zu erweitern. In der Zwischenzeit werden laut Weinbauvereinsobmann Michael Lehrner Newsletter und Briefe an die Kunden verschickt, Weine seien jederzeit im Online-Shop erhältlich.

Michael Lehrner, (Obmann Weinbauverein Horitschon): „Einen Wein zu erhalten ist jederzeit über den Online-Shop möglich.“
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Auch in Lutzmannsburg kämpfen die Winzer damit, dass der Ab Hof-Verkauf und die Abnahme von den Hotels und Gastgewerbebetrieben zum Erliegen gekommen ist. „Wir haben einen Online-Shop und ich versuche, auch auf verschiedenen Social Media-Kanälen noch aktiver zu sein. Hauszustellungen werden angeboten, aber auffangen werden wir das sicher nicht einmal halbwegs“, berichtet Winzerin Silvia Toth, Kammerrätin in der Landwirtschaftskammer und Bezirksbäuerin, von ihren eigenen Erfahrungen.

Silvia Toth (Kammerrätin aus Lutzmannsburg und Bezirksbäuerin): „Auffangen werden wir das sicher nicht einmal halbwegs.“
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Im Handel, wo Menschen eventuell dann doch Weine kaufen, sei man nicht vertreten. Wenn geplante Aktivitäten nicht stattfinden könnten, sei eine weitere Einnahmequelle weg. Laut dem neuen Lutzmannsburger Weinbauvereinsobmann Christian Prickler steht die Durchführung aller geplanten Events noch in den Sternen.

Christian Prickler (Obmann Weinbauverein Lutzmannsburg): „Die Durchführung der geplanten Events steht noch in den Sternen.“
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