Baurestmassen-Lager in Unterpullendorf: Pläne wirbeln Staub auf

Unterschriftenaktion wurde gestartet. Laut Baudirektion des Landes bleibt Größe des bestehenden Lagerplatzes unverändert.

Erstellt am 25. November 2021 | 06:03
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Foto: Bannafarsai_Stock/Shutterstock.com

Dass die Baudirektion des Landes um Bewilligung für die Errichtung und den Betrieb eines Baurestmassenzwischenlagers samt Aufbereitung am Platz der Straßenverwaltung zwischen Unterpullendorf und Kleinmutschen angesucht hat, hat einige besorgte Bürger auf den Plan gerufen. Sie wandten sich mit ihren Sorgen betreffend Lärm, Staubbelastung und erhöhtem Verkehrsaufkommen an die Gemeinde. Es wurde auch eine Unterschriftenaktion gestartet.

Laut Baudirektor Wolfgang Heckenast handelt es sich um einen seit Jahrzehnten bestehenden Lagerplatz. Schon jetzt werden dort Erdaushub und Fräsgut zwischengelagert, um später entweder auf der gleichen Baustelle oder einer anderen in der Nähe wieder verwendet zu werden. Ein ähnlicher Lagerplatz bestehe etwa auch im Bereich Lackenbach, Unterfrauenhaid, Lackendorf. In Unterpullendorf möchte man nun ein Versickerungsbecken errichten, um Oberflächenwässer kontrolliert abführen zu können, sowie kleine Dämme um den rund 1.000 Quadratmeter großen Platz aufschütten. „Der Platz soll nicht vergrößert werden und nur für den eigenen Betrieb dienen“, so Heckenast.

Laut Einreichprojekt soll die Kapazität des Lagers 10.000 Kubikmeter nicht überschreiten. Die angelieferten Materialien sollen bei Bedarf mit einer mobilen Brecheranlage aufbereitet und maximal für 12 Monate zwischengelagert werden.

Infoabend soll so bald als möglich nachgeholt werden

Da seitens Gemeinde und vieler Bürger noch Fragen zum Vorhaben offen sind, hätte vorige Woche ein Infoabend mit Baudirektor Heckenast stattfinden sollen. Dieser wurde coronabedingt verschoben, soll aber sobald es die Situation erlaubt – idealerweise noch im Dezember oder Jänner – nachgeholt werden. „Seitens der Gemeinde stellt sich die Frage, mit welcher Begründung Bauschutt, also Beton, Ziegel- und Steinmauerabbruch von Wänden, Decken und Fundamenten, dort gelagert beziehungsweise aufbereitet werden soll. Diese Materialien fallen in der Regel im Straßenbau nicht an. Außerdem befindet sich das nächstgelegene Siedlungsgebiet in nur 350 Metern Entfernung. Daher darf der Betrieb der Brecheranlage einen Schallleistungspegel von 55 dB bei Tag und 45 dB bei Nacht nicht überschreiten“, so Bürgermeisterin Angelika Mileder.

Im Zuge des Ausbaus der B61a sei außerdem ein Fahrverbot für Lkw über 7,5 Tonnen in Unterpullendorf erlassen worden, um die Bevölkerung vom Schwerverkehr zu entlasten. „Diese Maßnahme hat erheblich zur Verkehrssicherheit beigetragen. Durch die Errichtung eines Baurestmassenzwischenlagers wird der Schwerverkehr zurückkehren und man muss mit erhöhter Lärmbelästigungen rechnen“, so Mileder. „Es stellt sich außerdem die Frage, ob es aus logistischen und wirtschaftlichen Gründen nicht sinnvoller wäre, dieses Baurestmassenzwischenlager nicht gleich beim Bau des neues Bauhofes der Straßenverwaltung in Stoob-Süd zu errichten.“ Heckenast führt dazu aus, dass das Zwischenlager in Unterpullendorf nur für Material von Baustellen im Bereich Unterpullendorf und südlich davon verwendet wird. „Es geht darum dass wir Aushub- und Fräsmaterialen nicht durch den halben Bezirk führen, sondern dies wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll gemacht wird. Die Zwischenlagerung wird ausschließlich vom Bau- und Betriebsstandort Oberpullendorf genutzt“, so Heckenast zur Befürchtung, dass dort auch Material gelagert wird, das nicht im Straßenbau anfällt.

Diese dürfte der im technischen Bericht anzuführenden Schlüsselnummern geschuldet sein. „Wenn wir etwas ausgraben, weil wir einen Weg bauen, kann es sein, dass etwa Keramikreste von einem alten Rohr im Material sind.“ Dies müsse man, um korrekt zu sein, im technischen Bericht anführen. „Das heißt nicht, dass etwa ein Haus abgerissen und dort gelagert wird“, stellt Heckenast klar. Zur Sorge betreffend Lärm, führt er aus, dass nur einmal im Jahr für einige Tage ein Gerät vor Ort sein wird, um Erdaushubmaterial zu sieben. „Das Asphaltrecyclingmaterial kommt schon zerkleinert von der Baustelle. Niemand braucht sich Sorgen machen, dass große Brechergeräte für Lärm oder Staub sorgen“, so Heckenast. Der betont: „Wir nehmen alle Sorgen der Bürger ernst und werden diese mit jedem einzelnen besprechen.“