Letzter Schultag für Oberpullendorfs Gym-Direktorin

Erstellt am 31. Juli 2022 | 05:54
Lesezeit: 4 Min
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Neuer Lebensabschnitt. „An den Ruhestand werde ich mich erst gewöhnen müssen“, meint Helga Fabsits, die seit August 2014 die Schulleitung im Gymnasium inne hatte.
Foto: BVZ
Gymnasium-Direktorin Helga Fabsits tritt mit 1. August ihren Ruhestand an. Mit der BVZ ließ sie ihre Schulzeit Revue passieren.

Am 31. Juli ist Helga Fabsits‘ letzter Schultag im Gymnasium „Franz Liszt“ Oberpullendorf, das sie in den vergangenen acht Jahren als Direktorin geleitet hat.

Verlassen Sie die Schule mit einem eher lachenden oder eher weinendem Auge?

Fabsits: Tatsächlich sind es gemischte Gefühle. Die letzten beiden Jahre waren aufgrund der Pandemie ja besonders herausfordernd. Deshalb bin ich schon froh, dass vielleicht eine ruhigere Zeit auf mich zukommt. Andererseits werden mir die Schülerinnen und Schüler und viele Kolleginnen und Kollegen wahrscheinlich fehlen.

Wieso haben Sie sich überhaupt entschieden Lehrer zu werden? Und würden Sie nochmals die Berufslaufbahn des Lehrers einschlagen?

Fabsits: Schon als Schülerin war ich gern in der Schule und es ist sicher ein Privileg, mit jungen Menschen zu arbeiten. Wenn man bei Schülerinnen und Schülern Begabungen und Entwicklungen fördern kann, ist es schon sehr erfüllend.

Was war für Sie das positivste Erlebnis Ihrer Unterrichtszeit?

Fabsits: Für mich gab es viele schöne Erlebnisse und besonders gefreut hat es mich, wenn ehemalige Schüler und Schülerinnen erfolgreich im Berufsleben wurden. So gibt es an unserer Schule Kolleginnen und Kollegen, die früher schon meine Schüler waren.

Was haben Sie an der Tätigkeit als Schulleiterin als besondere Herausforderung empfunden, was hat Ihnen besonders daran gefallen?

Fabsits: Eine große Herausforderung für Direktoren an allen Schulen ist sicher das Umsetzen der reichlichen Vorgaben des Ministeriums und diese oft praxisfernen, bürokratischen Anweisungen für die Kollegenschaft so zu transportieren, dass eine gute Teamarbeit möglich ist.

Worauf sind Sie besonders stolz, das während Ihrer Zeit als Direktorin umgesetzt werden konnte? Welche wichtigen Meilensteine gab es während dieser Zeit an der Schule?

Fabsits: Stolz ist wohl keine gute Eigenschaft für leitendes Personal. Bei der Auswahl neu dazu gekommener Kolleginnen und Kollegen hatte ich Glück, insofern als diese besonders engagiert und innovativ sind. Zum Beispiel hat sich der Bereich Informatik auf beachtliches Niveau entwickelt, bis hin zu einer Kooperation mit der Fachhochschule Eisenstadt. Für Unter- und Oberstufe haben wir besondere Angebote eingeführt mit Fächern, die es an anderen Schulen nicht gibt. Die Schüler und Lehrer sind einen großen Teil des Tages in der Schule. Unsere Künstler und Künstlerinnen haben viel dazu beigetragen, dass diese Schule besonders schön gestaltet ist. Schließlich verfügt sie über eine zeitgemäße Ausstattung für alle Fachbereiche.

Was war Ihnen persönlich bei Ihrer Arbeit als Schulleiterin wichtig?

Fabsits: Natürlich ist es eine zentrale Aufgabe eines Gymnasiums von der ersten Klasse bis zur Matura ein adäquates fachliches Niveau zu vermitteln. Neben dem fachlichen Unterricht legten wir aber auch Wert auf Sozialtraining, um Mobbing zu vermeiden und positives Klassenklima zu fördern. Wichtig ist es auch – ohne Blick auf den sozialen Hintergrund der Schüler und Schülerinnen – diesen fair und ohne Unterschied zu begegnen. Die Schule ist auch Ort des „Miteinander“. Die Direktorin muss daher jederzeit für Schüler, Professoren und Eltern unkompliziert erreichbar sein.

Was wünschen Sie dem Gymnasium „Franz Liszt“ Oberpullendorf für die Zukunft?

Fabsits: Dem Gymnasium wünsche ich für die kommenden Veränderungen in unserer Gesellschaft den Weitblick und die Fähigkeit, diese bestmöglich zu bewältigen.

Wie werden Sie nun die durch den Ruhestand neu gewonnene Zeit nutzen?

Fabsits: An den Ruhestand werde ich mich erst gewöhnen müssen. Ab nächster Woche kommen erst mal Kinder aus der Ukraine zu mir, um Deutsch zu lernen.