Aus für Stoober „Weiberwirtschaft“

Erstellt am 08. Dezember 2022 | 05:47
Lesezeit: 3 Min
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Bei der Eröffnung im Oktober 2019. Landesrat Heinrich Dorner, Manuela Rieger, Obfrau Doris Horvath und der damalige Landesrat Christian Illedits.
Foto: Weiberwirtschaft
Der sozialökonomische Betrieb in Stoob schließt seine Pforten. Am 16. Dezember wird zum Abschiedsfest geladen.

Die Weiberwirtschaft war drei Jahre lang Nahversorgung, Backstube, Konditorei-Café-Frühstück-Bar, Gassen- und Jausenverkauf, Mehlspeisen- und Brötchenservice, Liefer- und Reinigungsdienst sowie ein entspannter Treffpunkt in Stoob auf der Hauptstraße 34. Der sozialökonomische Betrieb bot Personen, in erster Linie Frauen, die aufgrund verschiedener Hürden nicht sofort in den Arbeitsmarkt einsteigen konnten oder längere Zeit dem Arbeitsmarkt fern waren, zeitlich befristete, kollektivvertraglich bezahlte Arbeits- und Trainingsplätze.

Förderungen laufen mit Ende des Jahres aus

Das Land hat den Betrieb aus EU-Mitteln unterstützt. Förderung gab es mehr als eine Million Euro aus den Mitteln des Additionalitätsprogrammes, die um ein halbes Jahr wegen der Corona-Pandemie verlängert worden sind. Das Arbeitsmarktservice (AMS) förderte Einzelarbeitsplätze in der Weiberwirtschaft. Nun laufen die Förderungen für die Weiberwirtschaft mit Ende des Jahres aus. Der Betrieb wird nicht weitergeführt. „Zu unserem großen Bedauern läuft der sozialökonomische Betrieb nicht weiter und schade, dass nicht ein neues Projekt bzw. eine Weiterförderung genehmigt wird“, so die ehrenamtliche Obfrau des Vereins Weiberwirtschaft, Doris Horvath.

Die Förderperiode dauerte dreieinhalb Jahre. Eröffnet wurde die Weiberwirtschaft im Oktober 2019. „Durch die Corona-Pandemie gab es viele Hürden zu überwinden, aber wir haben uns mit Energie durchgekämpft und neben der Konditorei und dem Brötchenservice haben wir in der Corona-Zeit auch neue Geschäftsfelder eröffnet wie einen Reinigungsservice für private Haushalte und einen Lieferdienst. Wir haben unser Ziel, trotz der Hürden, erreicht. Wir hatten die Auflage, rund 40 Prozent der Beschäftigten in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Insgesamt über 100 Personen waren in der Weiberwirtschaft eingestellt. Rund 50 Prozent sind am Arbeitsmarkt integriert worden. Diese Personen sind zum Teil in die Selbstständigkeit übergegangen, sind in der Branche geblieben oder haben eine Weiterbildung gemacht“, zieht Doris Horvath eine positive Bilanz.

Die Weiberwirtschaft hat in den vergangenen Jahren viele Veranstaltungen organisiert. Auch auf Märkten war die Weiberwirtschaft viel unterwegs und hat die hausgemachten Produkte der Region präsentiert. Regionalität, Nachhaltigkeit und die regionale Vernetzung waren dem Betrieb ein großes Anliegen. „Ich bin traurig, dass es nicht weitergeht, aber auch stolz, dass wir den Betrieb in der Region so erfolgreich etablieren konnten. Ich freue mich, dass viele mit Mut, Stärke und Selbstbewusstsein daraus hervorgehen konnten“, so Doris Horvath. „Am 16. Dezember ist die Weiberwirtschaft das letzte Mal geöffnet, noch einmal wollen wir das schöne Ambiente genießen und von unseren Gästen Abschied nehmen. In den Tagen vor Weihnachten kann nur noch die bestellte Ware abgeholt werden“, so Obfrau Doris Horvath.