Weiter Streit um Volksschule. Der Gemeinderat stimmte mit 13 zu 6 Stimmen für die Beauftragung der Kanzlei Dax, Wutzelhofer und Partner, die die Ausschreibung für den Bauträger rechtlich begleiten soll.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 08. Januar 2020 (05:12)
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Das Projekt gemeinsame Volksschule stand einmal mehr auf der Tagesordnung des Gemeinderats von Frankenau-Unterpullendorf.

Obwohl im September 2018 mehrheitlich der Beschluss gefasst wurde, einen Bildungscampus in Kleinmutschen zu errichten (die BVZ berichtete), wehrten sich die Unterpullendorfer dagegen und präsentierten bei der Sitzung neue Pläne des Architekten Manfred Rudy für einen Ausbau ihres Standorts, an dem derzeit der Schulbetrieb stattfindet. Rudy wurde auf Privatinitiative beauftragt und erstellte ein Konzept, in dem das bestehende Gebäude renoviert und ein zweistöckiger Neubau an den hinteren Teil angeschlossen werden würde. Die geschätzten Kosten würden sich auf 1,67 Millionen Euro (netto) belaufen. Bei der Campuslösung hingegen würde man die Volksschule an den Kindergarten in Kleinmutschen anschließen, der aufgrund der hohen Anzahl an Kindern derzeit die Genehmigung einer provisorischen Gruppe nur erhalten hat, da es zum Campusausbau kommen soll. Die Kostenschätzung für diesen beläuft sich laut dem Baumeister Köppel auf rund 1,79 Millionen Euro (netto) für die Renovierung und den Zubau der Volksschule sowie 0,8 Millionen Euro für die Renovierung des Kindergartens. Turnräume und die Küche würden sich die Schule und der Kindergarten teilen.

Bei einem Ausbau des Standorts in Unterpullendorf würden die Kosten für den Ausbau des Kindergartens steigen. Paul Fercsak von der SPÖ appellierte an den Gemeinderat, zu seinem Beschluss von 2018 zu stehen und betonte nochmals, dass der Standort in Unterpullendorf direkt auf der Hauptstraße der gefährlichste Punkt in der Ortschaft wäre. Die laufenden Kosten würden bei einem gemeinsamen Standort geringer ausfallen als bei der Erhaltung von zweien.

Eltern appellieren an Gemeinderat

Da die Diskussion um den Standort schon zweieinhalb Jahre andauert, verlas Bürgermeisterin Angelika Mileder (ÖVP) bei der Sitzung einen Brief von besorgten Erziehungsberechtigen aus der Großgemeinde vor, in dem es unter anderem hieß, dass sie sich wünschen würden, „dass der Campusbau zum Wohle der Kinder endlich beginnen sollte, da die derzeitige Situation der Klassenräume in Unterpullendorf keinem Schulstandard entspreche“.

Bei der Gemeinderatsitzung stimmten 13 der 19 Gemeinderäte für die Beauftragung der Kanzlei Dax, Wutzelhofer und Partner, die nun die Ausschreibung eines Bauträgers für den Bildungscampus in Kleinmutschen rechtlich begleiten wird.

Gemeinderat Thomas Schreiner von der SPÖ stellte daraufhin einen Gegenantrag für eine Prüfung durch einen unabhängigen Experten, ob der Standort in Unterpullendorf entsprechend dem Minderheitengesetz bestehen bleiben muss. Dieser wurde mit 4 Ja-Stimmen – von Thomas Schreiner (SPÖ), Michael Fazekas (SPÖ), Daniel Mersits (ÖVP) und Erwin Zeichmann (Grüne) – 13 Nein-Stimmen und 2 Enthaltungen (Vinzenz Mörk, ÖVP und Jennifer Radnasich, SPÖ) abgelehnt.