Krankenhaus Oberpullendorf: Mehr Fokus auf Augen und Kinderwunsch

Erstellt am 20. Januar 2022 | 05:48
Lesezeit: 3 Min
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Gemeinsamer Gesundheits-Plan: KRAGES-Geschäftsführer Hubert Eisl, Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und Robert Maurer, Leiter Krankenhaus der Barmherzigen Brüder präsentierten diesen am Dienstag.
Foto: Millendorfer
Schwerpunkte werden laut Regionalem Strukturplan Gesundheit ausgebaut und neue wie urologische Tagesklinik geschaffen.

Die Geburtenstation, die gynäkologische Versorgung in Ambulanzen und operative Eingriffe sowie das Institut für Kinderwunsch werden in Oberpullendorf bleiben. Dies ist im Regionalen Strukturplan Gesundheit (RSG) festgelegt. Organisatorisch wird die Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe enger mit jener des Krankenhauses Oberwart verknüpft.

So hat nach der Pensionierung von Primar Martin Fabsits mit Jahreswechsel Alexander Albrecht, seit 2017 Primar in Oberwart, auch die Leitung in Oberpullendorf übernommen. Unterstützung soll er dabei durch einen erst zu bestimmende Standortleitung bekommen. Bis 2025 werden Land und KRAGES bewerten, wie sich die Geburtshilfe entwickelt hat. Die Versorgungssicherheit der Region, die medizinischen und pflegerischen Anforderungen sowie die Qualität der Hebammenbetreuung seien dabei wesentliche Kriterien, heißt es. Viel Entwicklungspotenzial sieht man im Institut für Kinderwunsch.

„Wir wollen, dass die Geburtenstation aufgrund des großen Zuspruches der Bevölkerung auch nach 2025 erhalten bleibt“ Niki Berlakovich

Ausgebaut werden soll auch die Augen-Tagesklinik zu einem Fachschwerpunkt für Augenheilkunde. Operiert werden neben Katarakten (Grauer Star) künftig auch Glaukome (Grüner Star). Das Krankenhaus soll zudem enger mit dem Leitspital in Oberwart und dem Eisenstädter Krankenhaus kooperieren. So soll das Spital Oberwart beispielsweise über eine urologische Tagesklinik in Oberpullendorf entlastet werden. Die künftigen Schwerpunkte für Chirurgie und Innere Medizin werden noch definiert.

Weiter betrieben wird jedenfalls das Schlaflabor. Auch Investitionen stehen in nächster Zeit an wie der Neubau der Spitalsküche inklusive Speise- und Veranstaltungssaal oder ein neuer Aufwachraum in Nähe der Intensivstation mit direktem Anschluss an den zentralen OP-Bereich. Hier wird aktuell an detaillierten Umsetzungsplänen gearbeitet.

„Unser gemeinsamer Einsatz geht weiter.“

„Wir wollen, dass die Geburtenstation aufgrund des großen Zuspruches der Bevölkerung auch nach 2025 erhalten bleibt“, kommentierte ÖVP-Bezirksparteiobmann Niki Berlakovich den RSG. „Mit Unterstützung der Gemeinden haben wir mit Petitionen gegen die Schließung gekämpft und konnten einen Erfolg erzielen. Unser gemeinsamer Einsatz geht weiter.“ Zu im RSG vorgesehenen Bettenkürzungen – burgenlandweit bis 2025 um 140 – heißt es, dass die generell kürzere Verweildauer von Patienten sowie die Tatsache, dass einige Eingriffe heute ambulant durchgeführt werden, hier zu Verschiebungen geführt habe.

„Der wichtigste Aspekt des RSG ist, dass wir fünf Spitalsstandorte garantieren. Wir können so flächendeckend wohnortnahe und qualitativ hochwertige medizinische Versorgung sicherstellen“, so Landeshauptmann Hans Peter Doskozil.