Gemeinderat protestiert wegen Denkmalschutz für NMS. Denkmalamt will Neue Mittelschule Großwarasdorf unter Schutz stellen. Gemeinde lehnt dies ab und schaltet nun Rechtsanwalt ein.

Von Sarah Tesch. Erstellt am 02. Juli 2020 (05:53)
Symbolbild
Shutterstock/Denis Kuvaev

Bei der Gemeinderatssitzung wurde neben Förderungen der Vereine und Grundstücksangelegenheiten auch über die Neue Mittelschule diskutiert. Diese soll vom Denkmalamt wegen geschichtlicher, kultureller und künstlerischer Besonderheiten unter Schutz gestellt werden.

Das Gebäude wurde in den späten 1960ern von Architekt Matthias Szauer im Stil des Brutalismus geplant und erbaut, 1971 fertiggestellt und 1972 feierlich eröffnet. Zu Szauers Bauten zählen ebenfalls das Güssinger Kulturzentrum, die Krankenhäuser Eisenstadt und Oberwart sowie die Aufbahrungshalle Deutschkreutz.

Gemeinde: Erhaltungskosten wären enorm gestiegen

„Bei der NMS handelt es sich um eine kraftvolle Betonarchitektur im Stil des Brutalismus, einer Architekturströmung, für die hauptsächlich in den 1960er-Jahren die Verwendung von rohen Materialien wie Sichtbeton als Gestaltungselement neben der Verwendung als Werkstoff für eine stabile Konstruktion charakteristisch war“, heißt es in einem Schreiben des Denkmalamtes.

Neben dem brutalistischen Stil werden bauliche Besonderheiten wie der unregelmäßige Grundriss, Ornamente aus Sichtbeton sowie spielerisch umgesetzte Motive der Mathematik und der Geometrie genannt. Schulen in brutalistischer Bauweise, die derart gut erhalten sind, seien österreichweit nur noch selten zu finden. Die Gemeinde hatte es im Vorfeld abgelehnt, das Schulgebäude unter Denkmalschutz zu stellen, da damit die Erhaltungskosten enorm gestiegen wären.

„Der gesamte Gemeinderat hat sich dagegen ausgesprochen, da es damit zu Problemen bei der Sanierung des Gebäudes kommen kann. Als kleine Gemeinde müssen wir dann Umbauten so machen, wie sie uns aufgetragen werden. Wäre die finanzielle Zuwendung für solche Gebäude besser, hätte ich nichts dagegen, aber als Schulerhalter sind wir als Gemeinde dafür zuständig“, so Ortschef Rudolf Berlakovich.

Ein neuerlicher Bescheid des Denkmalamtes erklärte diesen Einspruch allerdings für nicht zulässig, da dies rein wirtschaftliche Interessen seien. Hinsichtlich des Denkmalschutzes sei ausschließlich nach der geschichtlichen, künstlerischen oder sonstigen kulturellen Bedeutung zu prüfen. Die Gemeinde will nun ihrerseits auf die Prüfung durch einen Anwalt warten.