"Pro mente Burgenland" feiert 20. Jubiläum. Pro mente Burgenland feiert heuer sein 20-jähriges Bestehen. Auch in Lackenbach gibt es seit 2004 ein pro mente-Haus.

Von Sarah Tesch. Erstellt am 22. November 2020 (04:45)
Jubiläum. Eva Blagusz, Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, Landesrat Leonhard Schneemann und Petra Pangl präsentierten zum Jubiläum die „pro mEnten“, die Klienten gebastelt hatten.
pro mente

Seit mittlerweile 20 Jahren sorgt sich pro mente im Burgenland um Menschen mit psychischen Erkrankungen und leistet wichtige Arbeit in der sozialpsychiatrischen Betreuung, Krisenhilfe und Prävention. Pro mente Lackenbach ist neben den Häusern in Mattersburg und Kohfidisch eine von drei Wohn- und Betreuungseinrichtungen. Das hat auch seine Gründe. Das Gründungsteam rund um Karl Dantendorfer und Bruno Wögerer erhielt in Lackenbach enorme Unterstützung: Der damalige Bürgermeister Heinrich Dorner sen. sowie die Gemeinderäte waren allesamt bemüht, für die Klienten und Klientinnen eine Wohnform direkt in der Gemeinde mit Anschluss an das Gemeindeleben zu finden. Auch die Lackenbacher pflegten stets einen wertschätzenden Umgang mit den Bewohnern des pro mente-Hauses.

„Egal ob ein persönlicher Gruß beim Morgenspaziergang, ein kleiner Tratsch beim Anstellen an der Kassa oder die Frage, ob Bewohner am Pfarrausflug teilnehmen wollen – solche Gemeinschaftsgefühle können unsere Betreuer und Betreuerinnen nicht vermitteln, das schafft nur eine Inklusion in der Gemeinde“, freut man sich bei pro mente Lackenbach.

GroßesTeam. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im pro mente Haus in Lackenbach.
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Seit der Gründung hat sich pro mente Lackenbach sehr gewandelt. Tatsächlich begann alles bereits im Jahr 1995, als die Betreuungseinrichtung Weber in Ritzing gegründet wurde. Im Herbst 2003 übernahm dann pro mente Burgenland die Einrichtung, die Leitung wurde an Anna Seidl übertragen. Damals lebten dort 24 Personen, welche von einem sechsköpfigen Team betreut wurden. Zu Beginn gab es keine Tagesstruktur und kein Betreutes Einzelwohnen. Im Dezember 2004 zog pro mente nach Lackenbach um – wo das Haus bis heute besteht und stetig wächst. Im März 2005 wurde eine Küche mit eigenem Koch integriert, einige Monate später eröffnete dann das Tageszentrum auch für externe Klienten. Im Jahr 2019 wurde schließlich die Postpartnerstelle ins Tageszentrum integriert. Mittlerweile werden bei pro mente Lackenbach 54 Personen im Wohnhaus, im Betreuten Einzelwohnen und im Tageszentrum betreut. „Ein besonderer Moment war, als Bürgermeister Christian Weninger unsere Klientinnen und Klienten – durch einen Versprecher – als ‚Prominente‘ bezeichnet hat. Das zaubert beim Erzählen immer noch ein Leuchten in die Augen. Denn genauso fühlen sich unsere Klientinnen und Klienten: Sie sind stolz, Teil einer so toleranten und aufgeschlossenen Gemeinde zu sein“, erzählt man bei pro mente Lackenbach.

Auf vielfältige Weise Teil des Ortslebens

Und tatsächlich sind die Bewohnerinnen und Bewohner auf vielfältige Weise Teil des Gesellschaftslebens im Ort. Sie helfen beim Verschönerungsverein mit, sind gerne bei Veranstaltungen im Ort mit dabei und können sich auch – in Nicht-Coronazeiten – regelmäßig über Besuche der Ortsbevölkerung, der Kindergarten- und Volksschulkinder bei pro mente freuen. Auch gemeinsame Sportveranstaltungen fanden immer wieder statt. „Pro mente am Standort in Lackenbach ist die gelebte Form von Inklusion“, so Geschäftsführerin Eva Blagusz. „Unsere Klienten sind nicht nur Gäste der Gemeinde, sondern Teil des Gemeindelebens. Besonders schön ist es, wenn pro mente als Familie wahrgenommen wird – denn genau das möchten wir sein. Ein Ort, an dem man ankommen und sich fallen lassen kann.“

Fühlen sich wohl. Klienten Manfred Fasching und Hilde Wicherek.
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Ansonsten verbringen die Bewohnerinnen und Bewohner von pro mente Lackenbach viel Zeit mit gemeinsamen und kreativen Unternehmungen wie Holzarbeiten, Kreativarbeiten, gemeinsame Einkäufe, Caféhausbesuche, Karten spielen oder andere Freizeitgestaltung. Auch Ausflüge stehen normalerweise immer wieder am Programm wie Kino-, Konzert- oder Theaterbesuche. „Vollster Respekt und Hochachtung vor Klienten, die sich auf das Abenteuer bei pro mente einlassen und Ehrfurcht vor unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Es braucht sehr viel professionelles Handeln, Herz, Empathie und Energie“, ist Geschäftsführerin Petra Prangl überzeugt. Beide Geschäftsführerinnen sind sich einig, dass dies alles nicht ohne ein großartiges Team zu meistern wäre: „Vielen Dank an die Mitarbeiter, die täglich Ihr Bestes geben, damit sich unsere Klienten wohl und gut aufgehoben fühlen.“ Und das ist sichtlich der Fall, wie Peter Kuzmich, ein Klient aus Lackenbach, betont: „Pro mente ist ein Stück Heimat für mich, wo man sich nur wohlfühlen kann!“