Krimi-Debüt rund um den Geschriebenstein. Die Liebe zum geschriebenen Wort begleitet Raimund Keinrath schon seit seiner Jugend. Nun hat er mit „Mordbuben“ seinen ersten Roman veröffentlicht.

Von Michaela Grabner. Erstellt am 25. März 2020 (04:07)
Raimund Keinrath übers Schreiben: „Man baut immer etwas von seiner Lebenswelt in einen Roman ein.“
P. Rozsenich

Ob Waldviertel-Krimi, Casterberg-Krimi oder Landkrimi – viele Kriminalromane setzen auf Lokalkolorit. Auch der in Langeck wohnhafte Schriftsteller Raimund Keinrath hat die Handlung seines Debüt-Romans „Mordbuben – ein Geschriebenstein-Krimi“, der am 26. März in der edition lex liszt 12 erscheint, in seiner Heimatregion am Ende der Buckligen Welt angesiedelt. „Die Kriminalgeschichte ist frei erfunden mit fiktiven Erlebnissen und Charakteren.“ Ortsbezeichnungen werden nicht genannt, aber „Leute aus der Region werden durch die Beschreibung der Landschaft genau wissen, wo sich die Charaktere gerade befinden“, so Keinrath. Er selbst kenne die Gegend gut, weil er viel mit dem Rennrad unterwegs sei und habe sie daher wirklich gut beschreiben können.

Der Roman beginnt mit einem Banküberfall, die Täter entkommen, irgendwann kommt es zu Morden. Ein kurz vor der Pensionierung stehender Major einer kleinen Polizeistation heftet sich den Tätern an die Fersen und folgt deren Spuren bis in den Wald am Fuß des Geschriebensteins, wo sich auch schon einige andere aus den unterschiedlichsten Motiven auf Verbrecherjagd befinden. „Es ist kein Krimi, wie man ihn gewohnt ist. Es wird nichts aufgeklärt“, erklärt Raimund Keinrath. „Als Leser weiß man schon, wer der Täter ist, aber die Menschen in der Geschichte erfahren es nicht.“

Erste unveröffentlichte Werke in der Jugend

Bereits in seinen Jugendjahren hatte sich Raimund Keinrath im Schreiben versucht – angefangen mit Poesie. „Paul Kiss war mein Deutschlehrer. Er hat es verstanden mich dazu zu motivieren, dass ich mich mit der Sprache beschäftige. Ich habe immer versucht, Sätze anders zu gestalten, immer nach Synonymen gesucht.“ Mit 16 Jahren entstand dann sein erster unveröffentlichter Science Fiction-Roman „Cross, der Rebell“.

Das Familienleben und sein Beruf als Kreditreferent forderten ihn dann aber viele Jahre so, dass für das Schreiben nur sehr wenig Zeit blieb, auch wenn die Liebe dazu immer geblieben ist. Erst seit Kurzem widmet sich Raimund Keinrath wieder verstärkt seiner großen Leidenschaft. „Wenn ich irgendwo einen Zweizeiler lese oder einen Satz im Fernsehen höre , fällt mir plötzlich eine Geschichte ein“, erklärt er.

„In der Bank haben sie immer gesagt, ich soll bei den Kreditprotokollen keine Romane schreiben.“ Schriftsteller Raimund Keinrath arbeitete viele Jahre als Kreditreferent

Weitere Buchprojekte gibt es nicht nur in Keinraths Kopf, sondern sogar auch schon einige fertige in der Schublade. „Es gäbe mehrere andere fertige Manuskripte, alles Science Fiction, aber die sind auf unserem Markt nicht platzierbar“, meint er. Auch eine Science-Fiction angehauchte Kinder/Jugendbuchgeschichte hat er bereits zu Papier gebracht. Zu dieser hat seine Gattin, die Künstlerin Marita Makowitschka, sogar schon zehn Illustrationen gemacht. Es geht um einen 13-jährigen Jungen, der durch Zufall in Kontakt mit einem außerirdischen Wesen kommt und die beiden erleben zusammen lustige Abenteuer. Und auch eine Idee für eine Fortsetzung seines „Mordbuben-Krimis“ spukt Keinrath bereits im Kopf herum. „Die ist allerdings noch nicht ausgereift. Ich bin jetzt mal gespannt auf die Rückmeldungen.“