Leben im Dienst des Herrn: Doppeltes Priesterjubiläum . Josef Schuh feierte kürzlich sein 60-jähriges Priesterjubiläum, Hubert Anton Wieder konnte auf 25 Jahre als Priester zurückblicken.

Von Sarah Tesch. Erstellt am 11. Juli 2020 (05:50)
Jubilare. Hubert Anton Wieder und Josef Schuh feierten zu Mariä Heimsuchung in Neckenmarkt gemeinsam ihre Jubilären als Priester.
Sarah Tesch/zVg

Buona sera – guten Abend! So begrüßte Pfarrer Josef Schuh die Gläubigen in Neckenmarkt zum Fest Mariä Heimsuchung vorvergangenen Donnerstag. Es waren die Grußworte Papst Franziskus‘, die dieser an die Welt richtete, nachdem er zum Papst gewählt worden war.

Mit diesen Worten war auch die Feier in Neckenmarkt eröffnet worden: Josef Schuh feierte am 2. Juli sein 60-jähriges und somit diamantenes Priesterjubiläum und Hubert Anton Wieder sein 25-jähriges silbernes Priesterjubiläum.

Beide Priester stammen aus Neckenmarkt, aber beide waren schon vor Jahren aus der Heimatgemeinde fortgegangen. Josef Schuh war zunächst im Südburgenland tätig, dann eine Zeit lang in Krensdorf im Bezirk Mattersburg.

34 Jahre lang konnte er in Ritzing im Mittelburgenland Heimatluft schnuppern, bis ihn der damalige Bischof Paul Iby wieder nach Krensdorf versetzte. Dort lebt Schuh bereits seit 22 Jahren und bezeichnet die Gemeinde als zweites Zuhause. „Priester werden war damals in Neckenmarkt nichts Außergewöhnliches“, erzählt er und verweist auf die zahlreichen Priester, die Neckenmarkt und der Ortsteil Haschendorf im Laufe des vergangenen Jahrhunderts hervorgebracht haben.

„Mittlerweile wäre es wieder an der Zeit für einen neuen Priester“, schmunzelt Schuh. Am 29. Juni 1960 wurde Josef Schuh von Bischof Stefan László zum Priester geweiht. Wenige Wochen darauf – am 15. August 1960 – wurde schließlich auch die Diözese Eisenstadt aus der Taufe gehoben.

„Wollte zuerst Lokführer werden“

Auch Hubert Anton Wieder hatte im wahrsten Sinne des Wortes ein bewegtes Leben als Priester geführt. Er wurde ebenfalls am 29. Juni im Jahr 1995 von Bischof Paul Iby zum Priester geweiht. Er begann seine Laufbahn in Fernitz bei Graz. Danach folgten mehrere Jahre als Priester im Nord- und im Südburgenland.

Seit drei Jahren ist Wieder in Grottaferrata bei Rom in der Fokolarbewegung tätig, eine katholische Geistliche Gemeinschaft. Als Kind im Kindergarten wollte der Neckenmarkter Lokführer werden – bald schon hatte er aber andere Vorbilder. „Unser damaliger Pfarrer, Dechant Josef Lorenz Zisper, muss mich beeindruckt haben. Er hatte so eine Ruhe in sich, dass ich mir gedacht habe: Das will ich auch. Ich will Dechant werden,“ erzählt Wieder. Seit 60 bzw. seit 25 Jahren stehen die beiden Neckenmarkter nun schon im Dienst des Herrn.

Am Donnerstag kamen daher Menschen aus zahlreichen Gemeinden, um mit ihnen das Jubiläum in ihrer Heimatgemeinde zu feiern. Im Fokus des Wortgottesdienstes stand die Begegnung Marias und Elisabeths aus dem Lukasevangelium.

Die beiden biblischen Frauen wurden auch von den Künstlern Annemarie Baumgarten und Manfred Leirer auf Enkaustik-Gemälden dargestellt. In einem künstlerischen Dialog brachten die Wahl-Wienerin und der Neckenmarkter Maria und Elisabeth in die heutige Zeit und schufen mit Wachs und Farbe eine Landschaft, die den Neckenmarkter Weinbergen gleicht. Die Bilder werden von Hubert Anton Wieder der Kirche gespendet und zukünftig den Chor über den zwei Eingangssäulen zieren.

Spenden für drei Hilfsprojekte

Nach der Festmesse wurden die Gläubigen zu einer Agape auf den Platz vor dem Rathaus eingeladen und mit Schnitzel und Krautfleckerl verköstigt. Hier gab es auch die Möglichkeit, für drei verschiedene Projekte zu spenden.

Das erste Projekt unterstützt Schwangere in Not, das zweite nimmt sich sogenannten Müllmenschen in Kairo an und das dritte greift Priestern mit finanziellen Schwierigkeiten unter die Arme. Gemeinsam mit Freunden, Verwandten und Bekannten feierten die beiden Jubilare bei mildem Wetter bis in den späten Abend.