Vinzenz Fleischhacker bezwang den Aconcagua . Vinzenz Fleischhacker liebt die Herausforderung. Sein Ziel ist es, die höchsten Berge der sieben Kontinente zu besteigen.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 22. Januar 2020 (04:09)

Am 14. Dezember machte sich Vinzenz Fleischhacker auf den Weg nach Argentinien mit einem großen Ziel: den Gipfel des Aconcagua-Berges zu erreichen. Der Aconcagua ist mit 6.961 Meter der höchste Berg des amerikanischen Kontinents und der zweithöchste Berg, nach dem Mount Everest, der Seven Summits (die jeweils höchsten Berge der sieben Kontinente werden als Seven Summits bezeichnet).

Ein erster Versuch scheiterte im Jahr 2018 aufgrund einer Knieverletzung. Dieses Jahr hat es schlussendlich geklappt. „Am 29. Dezember, nach zwei harten Wochen bin ich um 15.15 Uhr am Gipfel gestanden. Es war ein unbeschreibliches Gefühl“, freut sich Fleischhacker, der am 7. Jänner wieder zurück nach Österreich gekehrt ist.

Dramatischer Abstieg am Aconcagua

„Der Aufstieg gestaltete sich unproblematisch. Doch dann begann erst das Drama am Berg. Beim Abstieg wurde ich zwei Mal von einer Steinlawine erwischt. Das erste Mal ging glimpflich aus. Das zweite Mal war schon sehr kritisch. Der Berg wollte mich verschlingen, ich war unter den Steinen begraben, sobald ich mich bewegt habe, kamen immer mehr Steine runter, so wie in einem Sumpf. Es war hoffnungslos bis endlich ein Bergführer mit einem Seil zur Hilfe kam“, berichtet der Extrem-Bergsteiger.

Danach wurde er auf 6.600 Meter ärztlich versorgt. Ein Abtransport mit Helikopter sei nicht möglich gewesen: „So bekam ich zwei Spritzen und Sauerstoff und musste dann selbst ins dritte Hochlager auf ca. 6.000 Meter runter steigen. Da ich beim Aufstieg im zweiten Hochlager auf 5.500 Meter eine Panikattacke im Schlafsack hatte, und der Reißverschluss sich nicht öffnen ließ, bekam ich daraufhin Tabletten, die meiner Meinung nach schuld am Drama beim Abstieg sind, denn ich war wie betrunken, sah doppelt und das auf fast 7.000 Metern. Ein fataler Fehler“, erinnert sich Fleischhacker, der von diesem Unfall blaue Flecken und Prellungen davon getragen hat.

Ausrüstung ging am Flughafen verloren

„Das ganze Theater begann aber eigentlich schon am Flughafen in Wien, wo meine komplette Ausrüstung verschwunden und erst mit einer Woche Verspätung in Argentinien aufgetaucht ist“, so Fleischhacker.

2017 hat der Nikitscher bereits den Kilimanjaro bestiegen, den höchsten Berg Afrikas. Seine Leidenschaft für das Bergsteigen entdeckte Vinzenz Fleischhacker schon im Alter von 12 Jahren als er in den Tiroler Bergen mit Soldaten des Bundesheeres geklettert ist: „Ich war 30 Mal in der Wattener Lizum, am Truppenübungsplatz des Bundesheeres und bin somit das Extreme gewohnt. Ich liebe die Herausforderung“.

„Mein nächstes Ziel ist der Elbrus in Russland, der mit 5.642 Metern der höchste Gipfel Europas ist. Danach kommt ein 8.000-er an die Reihe“, meint Fleischhacker abschließend.