Hobbymeteorologe Konrad: 2020 war warm und feucht. Die Jahresmitteltemperatur betrug + 9,75 Grad Celsius, am kältesten Tag hatte es gerade einmal -6,4 Grad Celsius.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 10. Januar 2021 (04:12)
Bei der Auswertung der Wetterdaten. Hobbymeteorologe Alexander Konrad hat im Vorjahr die absolut kälteste Temperatur am 25. Jänner mit Minus 6,4 Grad) gemmesen , die absolut wärmste am 28. Juli (+30,7 Grad),
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Das Jahr 2020 war ein deutlich zu warmes und auch zu feuchtes Jahr – zu diesem Schluss ist der Salmannsdorfer Alexander Konrad gekommen, der schon seit 1985 das Wetter beobachtet. Seit 2017 nutzt er dazu vollautomatische digitale Messgeräte. „Die Jahresmitteltemperatur betrug an meiner Station +9,75 Grad, damit wurde der langjährige Schnitt um 1,31 Grad überschritten. Somit war 2020 seit dem Jahr 2000 das siebentwärmste Jahr“, erklärt Konrad. Im Unterschied zu den vergangenen Jahren habe es allerdings im Sommer keine ausgeprägten Hitzewellen gegeben wie etwa 2013 oder 2015.

Geringste registrierte Jahrestiefsttemperatur

„Was allerdings ebenfalls komplett fehlte, waren jegliche Kältephasen. Die absolute Jahresminimumtemperatur betrug an meiner Station -6,4 Grad. Eine so ‚milde‘ Jahrestiefsttemperatur registrierte ich überhaupt noch nie, schon die -8,6 Grad aus 2019 waren ‚mild‘“, führt Konrad weiter aus. Das Jahr 2020 war somit das dritte Jahr seit 2000 und das zweite in Folge, in dem die Temperatur nicht unter Minus 10 Grad fiel. Zum Vergleich: Im Jahr 2006 lag die Jahrestiefsttemperatur bei Minus 17,2 Grad.

Genausogut wie dieser Winter deutlich zu wenig Schnee brachte, kann es im nächsten oder übernächsten wieder so richtig weiß werden. Beim Wetter gilt irgendwie das gleiche wie beim Sport oder an der Aktienbörse. Entwicklungen aus der Vergangenheit lassen keine Prognosen für die Zukunft zu.Alexander Konrad

Der Sommer kam laut Konrad 2020 „überhaupt sehr schleppend in die Gänge“. Während in Normaljahren der erste Sommertag (Tageshöchstwert mindestens 25 Grad) meist Anfang Mai gemessen wird – im Jahr 2011 sogar schon am 11. April – und bis Ende Mai im Schnitt fünf bis zehn solcher Sommertage gemessen werden, fiel der erste Sommertag 2020 auf den 7. Juni und insgesamt gab es derer im Juni nur fünf.

Die Anzahl der Gewittertage war mit 27 relativ gering. In den letzten 10 Jahren gab es nur 2013 und 2015 noch weniger Gewittertage. Der Niederschlag betrug 828,2 Liter pro Quadratmeter und somit um 13,3 Prozent mehr als im langjährigen Mittel. Mehr Niederschlag gab es zuletzt 2016 (912 Liter), danach folgten ein deutlich zu trockenes und zwei durchschnittlich beregnete Jahre. „Interessant ist, dass in den ersten fünf Monaten nur 13,5 Prozent des gesamten Jahresniederschlages fielen, in den fünf darauffolgenden Monaten 77,6 Prozent“, erklärt Konrad.

Besonders schneearmer Winter

Ein wichtiger Teil des Niederschlages ist der Schnee und hier war der Winter 2019/2020 zwar nicht der wärmste, allerdings der schneeärmste Winter seit 1989/1990. Im abgelaufenen Winter schneite es insgesamt nur 15 Zentimeter, wobei sieben Tage mit einer geschlossenen Schneedecke von mindestens einem Zentimeter registriert wurden. „Auch wenn die Schneewerte in den vergangenen Jahren tendenziell nach unten gegangen sind, ein schneearmer Winter dieses Ausmaßes muss als statistischer Ausreißer nach unten gesehen werden. Zum Vergleich, im Winter 1995/1996 schneite es insgesamt 256 Zentimeter und an 122 Tagen gab es eine geschlossene Schneedecke, die dickste Schneedecke registrierte ich am 17. Feber mit 76 Zentimeter, was mir damals besonders gefiel, weil der Schulautobus nicht fahren konnte und wir unverhofft zu einem schulfreien Tag kamen“, erinnert sich Konrad. Der bislang letzte schneereiche Winter war 2012/2013. Damals fielen insgesamt 197 Zentimeter Schnee, am dicksten war die Schneedecke mit 37 Zentimeter am 24. Feber 2013, aber auch den Winter 2017/2018 kann man mit 114 Zentimeter Neuschnee durchaus als schneereich bezeichnen.