Stoober Weiberwirtschaft zog Bilanz. Seit Beginn des Projekts vor einem Jahr waren 29 Personen beschäftigt. Fünf Frauen konnten erfolgreich in den Arbeitsmarkt integriert werden.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 17. Oktober 2020 (05:22)
Im Konditorei-Café. Nina Piniel, Emma Gradwohl, Doris Horvath und Petra Farina laden anlässlich des 1. Geburtstags am 16. Oktober ab 14 Uhr zum Kekserltag (um Tischreservierung wird gebeten, um die Corona-Schutzmaßnahmen besser einhalte zu können).
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Ein Konditorei-Café samt Backstube, ein Brötchen- und Mehlspeisservice inklusive Lieferdienste oder den Jausenverkauf in der Mittelschule: All das bietet die Weiberwirtschaft in Stoob. Das sozialökonomische Projekt startete im Oktober vorigen Jahres und ist aus der Frauenberatungsstelle Oberpullendorf hervorgegangen.

„Wir haben gesehen, es braucht etwas für Frauen für den Wiedereinstieg“, erklärt Frauenberatungsstelle-Geschäftsführerin Doris Horvath.

Zielgruppe sind Frauen, die aufgrund verschiedener Hürden nicht sofort in den Arbeitsmarkt einsteigen können oder diesem länger fern waren. Diese erhalten sechs bis maximal neun Monate Training und Anleitung. Insgesamt beschäftigt das Projekt derzeit sechs Schlüsselkräfte, die sich um Anleitung, Administration und sozialpädagogische Begleitung kümmern, und sechs Trainingskräfte. Seit Beginn des Projekts waren 29 Personen beschäftigt. 17 Frauen, davon 15 Trainingskräfte, haben den Betrieb wieder verlassen. Fünf Frauen, das sind etwa 30 Prozent, konnten erfolgreich in den Arbeitsmarkt integriert werden, 20 Prozent sind in offenen Bewerbungsprozessen.

In der Backstube. Unter Anleitung von Konditor Harald Schattovich – im Bild mit Doris Horvath, Nina Piniel, Neda Wendl und Emma Gradwohl – entstehen köstliche Mehlspeisen. Ein besonderer Hit in der Weiberwirtschaft ist auch das Frühstück bis 16 Uhr.
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„Als großes Thema nach einem Jahr zeigt sich, dass 40 Prozent fast nicht vermittelbar sind“, erklärt Nina Piniel. Die größten Arbeitshemmnisse seien gesundheitliche Verfassung, Alter, mangelnde Mobilität sowie Betreuungspflichten. „Die Frauen sind motiviert und wollen gerne arbeiten. Aber hätten wir nicht so besondere Bedingungen, wäre es schwer für die Frauen.“ An Rückmeldungen von Teilnehmerinnen würde man aber sehen, dass diese einen persönlichen Profit aus der Beschäftigung ziehen.

Ziel des Projekts ist es rund ein Drittel der Transitkräfte wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren. „Das ist uns haarscharf gelungen, obwohl wir gerade erst fünf Monate geöffnet hatten und dabei waren, uns gut zu etablieren, als der Lockdown kam. Seither gibt es kaum Events“, schildert Doris Horvath. Trotz aller Herausforderungen plant man schon die nächsten Schritte. So will man ab 2021 einen Bügelservice anbieten.