59 Prozent weniger Nächtigungen im Mittelburgenland. Im Mittelburgenland gab es bei den Nächtigungen coronabedingt ein Minus von 59 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 06. August 2020 (05:55)
Tennis als Gästemagnet. Im Sport-Hotel-Kurz gastierte zuerst der ÖTV Jugend-Circuit samt den burgenländischen Talenten Piet Luis Pinter und Matthias Ujvary. Danach durfte sich Günter Kurz über die nationale Tennis-Elite in Oberpullendorf freuen.
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60.778 Nächtigungen wurden von Jänner bis Juni in der Region Mittelburgenland verzeichnet. Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres entspricht dies einem Minus von 59 Prozent, waren es doch 2019 in diesem Zeitraum 148.315 Übernachtungen gewesen.

„Der Nächtigungsrückgang ist natürlich auf den COVID-bedingten Lockdown zurückzuführen“, erklärt Günter Kurz, Obmann des Tourismusverband Lutzmannsburg Mittelburgenland und selbst Hotelier. „Lutzmannsburg, mit zirka 80 Prozent der Gesamtnächtigungen des Mittelburgenlandes, war von Mitte März bis Ende Juni geschlossen. Diese Nächtigungen sind verloren und können im Jahr 2020 unmöglich wieder aufgeholt werden. Wir hoffen, dass die Restriktionen, welche der Gesetzgeber aufgrund der Pandemie ausgibt, nicht wieder verschärft werden, sondern im Gegenteil auf die viel zitierte ‚Normalität‘. Dann ist ein Tourismusjahr 2021 mit den bekannten Zahlen aus der jüngsten Vergangenheit wieder möglich – aber aufgrund der Erfahrungen von März und April wissen wir, dass Voraussagen diesbezüglich schwierig bis unmöglich sind.“

Dass die Sonnentherme als Leitbetrieb des Landes nach dem Lockdown erst am 1. Juli und nicht schon wie andere Thermen Ende Mai wieder geöffnet hatte, hatte im Mittelburgenland auch einige kritische Stimmen hervorgerufen. Sonnentherme-Geschäftsführer Werner Cerutti hatte dies damals mit wirtschaftlichen und organisatorischen Faktoren begründet und darauf verwiesen, dass durch die spätere Öffnung hohe Verluste – auch bei Hotelpartnern – vermieden sowie die Liquidität des Unternehmens geschont und gesichert werden könne.

„Auch ich hätte mir gewünscht, dass die Sonnentherme als Leitbetrieb und gleichzeitig als Hauptmotivation für einen Urlaub im Mittelburgenland zu Pfingsten geöffnet hätte“, meint Kurz. „Aber man muss die Auswirkungen der Vorgaben der Bundesregierung wie zum Beispiel Zutrittsbeschränkungen und damit limitierte Besucherzahlen in der betriebswirtschaftlichen Prognoserechnung berücksichtigen. Und Sonnentherme-Geschäftsführer Werner Cerutti hat uns plausibel dargelegt, dass bei einem Öffnen der Sonnentherme im Juni ein sechsstelliger Betrag Mehrverlust als bei einer Schließung der Sonnentherme in der selben Zeit aufgelaufen wäre. Diese Entscheidung ist zu akzeptieren, wirkt sich aber natürlich auf die Nächtigungsstatistik nicht positiv aus.“

Eine Rückkehr zur Normalität absehbar

Laut Kurz ist der Juli in den meisten Betrieben gut gebucht. „Zuweilen ist es besser angelaufen als befürchtet. Natürlich nicht überall gleich – aber der Rückkehr zur ‚Normalität‘ ist absehbar – immer vorausgesetzt, dass die ‚zweite Welle‘ ausbleibt bzw. nur schaumgebremst ankommt“, meint Kurz.