37 neue Heimplätze bis 2021 in Oberpullendorf . Unter anderem entstehen im Haus St. Peter in Oberpullendorf zusätzliche Betten für Wachkoma- und Hospizpatienten, in Neutal ein ganz neues Pflegeheim.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 17. April 2019 (03:52)
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Symbolbild

Um für künftige Herausforderungen im Pflegebereich gerüstet zu sein, haben Experten des Landes in den vergangenen Monaten gemeinsam mit externen Fachleuten den Zukunftsplan Pflege erarbeitet, der vier Versorgungsregionen im Land definiert und für einzelne Leistungsbereiche Projektionen bis 2021 bzw. 2030 darstellt.

Soziallandesrat Christian Illedits und SPÖ-Bezirksvorsitzender Landesrat Heinrich Dorner präsentierten im Rahmen eines Besuchs im Pflegeheim Haus St. Peter in Oberpullendorf die Bedeutung dieses Zukunftsplans Pflege für den Bezirk. „Der Bezirk ist gut versorgt, aber auch gut ausgelastet. Das ist im ganzen Land so“, meint Illedits. Daher sollen im Bezirk bis ins Jahr 2021 37 zusätzliche Heimplätze, elf zusätzliche Plätze in teilstationären Einrichtungen der Seniorentagesbetreuung sowie 24 zusätzliche Plätze im Bereich der alternativen Wohnformen wie „Betreutes Wohnen Plus“ entstehen.

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Bedarfsberechnung bis 2021. Im Burgenland sollen unter anderem über 300 neue Plätze in Heimen entstehen. Das Land wurde im Zukunftsplan in vier Versorgungsregionen eingeteilt, eine davon ist der Bezirk Oberpullendorf.

So wird in den kommenden Wochen in Neutal der Spatenstich zur Errichtung eines neuen Pflegeheims mit 29 Betten erfolgen. Im Haus St. Peter in Oberpullendorf sind zusätzliche Betten für Hospiz- und Wachkomapatienten geplant. Im Jahr 2021 werden dann die bisherige Planung und die umgesetzten Maßnahmen auf Grundlage aktualisierter Daten im Rahmen einer ersten Evaluierung überprüft.

Pflegeberater-Hotline: 057/600/100

Ein besonders wichtiges Angebot sind laut Illedits die seit 1. Jänner eingeführten Case- & Caremanager, die Pflegeberater auf den Bezirkshauptmannschaften, die unter der Hotline 057/600/1000 erreichbar sind und Erstinformationen in allen Fragen der Pflege geben. Diese sollen auch in die Häuser gehen und daher wird dieses Service gerade intensiviert und ausgebaut.

Anstellung pflegender Angehöriger möglich

Ein wichtiger Punkt ist für Illedits auch, pflegenden Angehörigen eine Anstellung zu ermöglichen, damit einerseits für pflegebedürftige Personen eine Pflege zu Hause möglich wird – was sich laut einer Befragung 98 Prozent wünschen – und andererseits die pflegenden Angehörigen sozialversicherungsrechtlich abgesichert werden und ihren Lebensunterhalt wahren können.

Die ersten Anstellungen sollen ab 1. Oktober erfolgen und zwar bei einer gemeinnützigen GmbH unter dem Dach der KRAGES. Die Anstellung wird zu 1.700 Euro netto auf Basis einer Vollzeitbeschäftigung erfolgen, wobei je nach Pflegestufe unterschiedliche Modelle zur Verfügung stehen werden: ab Pflegestufe drei ist eine Anstellung für 20 Stunden, ab Pflegestufe 4 eine für 30 Stunden und ab Pflegestufe 5 eine für 40 Stunden möglich. „Bei 20 Stunden kann der Angehörige nebenbei auch etwas anderes arbeiten und er darf bis zu 15 Kilometer weit weg vom Pflegenden wohnen“, führt Illedits aus.

Und er betont: „Das alles kostet uns rund 13 Millionen Euro pro Jahr. Das ist uns das wert und wir haben dieses Geld auch ohne Neuverschuldung.“ Außerdem wird den pflegenden Angehörigen eine Heimhelferausbildung angeboten, um eine qualitativ hochwertige Betreuung sicherzustellen und einen Berufseinstieg im Pflegebereich nach Ende der Tätigkeit zu ermöglichen.

Um Qualität geht es auch bei der gesetzlichen Verankerung der Gemeinnützigkeit der Pflege, die dafür sorgen soll, dass erzielte Gewinne unmittelbar wieder in die Pflege, die Betreuung, die Verbesserung der Infrastruktur sowie die Qualität der Pflegeeinrichtungen und Pflegeangebote fließen.

„Am Pflegemodell wird sich nichts ändern, es kommt ein Add-on dazu“, unterstreicht Landesrat Heinrich Dorner. „Es wird nicht die ganze Pflege auf den Kopf gestellt, sondern wir wollen ein funktionierendes Modell erweitern und zukunftsfähig machen.“