Almásys Reisen: Ein Königreich für zwei Räder. Bernsteins Burgherr Alexander Almásy liebt Kultur – auf zwei Rädern, 85 PS und abenteuerlichen Straßen.

Von Vanessa Bruckner. Erstellt am 22. November 2019 (03:04)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
440_0008_7748329_owz47vani_almasy_3_burg_bernstein.jpg
BVZ

Der Name verpflichtet. Almásy steht für Abenteuer. Die Reisen von Graf László Almásy, dem weltbekannten Wüstenforscher und Herr der Burg Bernstein, der 1951 verstarb, boten Stoff für den Oscar prämierten Film „Der Englische Patient“.

Und auch wenn der heutige Burgherr nicht blutsverwandt mit László war, so teilt Alexander Almasy die „Abenteurer DNA“ mit dem Großonkel seiner Gattin. Seit seinem 17ten Lebensjahr liebt der Bernsteiner Motorräder. „Ich habe gleich vom Fahrrad aufs Motorrad umgesattelt, ein Moped hatte ich nie“, erzählt Almásy, der gebürtig aus Salzburg stammt. Gut 10.000 Kilometer pro Jahr legt er auf seinem Zweirad, einer BMW GS 1150 zurück. Wie aus einer geplanten Einkaufstour von Bernstein nach Oberwart plötzlich 200 Kilometer auf dem Tacho werden, das, so der 60-Jährige lachend, „verstehen nur Motorradfahrer.“

Mindestens einmal im Jahr packt Alexander Almásy seine Maschine allerdings mit Reisegepäck anstatt Einkaufstaschen voll. Eine halbe Tonne wiegt seine BMW dann, Ersatzreifen und Regenkombi inklusive. Der Orient hat es dem Abenteurer besonders angetan. „Jedes Jahr im Oktober fahre ich auf Kulturreise und am liebsten dorthin, wo keine Touristen sind. Ich arbeite nämlich in der Gastronomie“, entschuldigt sich der Zweiradfan augenzwinkernd.

30 Länder, 30 Pickerl, Millionen Erinnerungen

Persien, Afrika und natürlich auch auf den Spuren von László Almásy ist Bernsteins heutiger Burgherr bereits gereist. „Ich reise, soweit mein eigenes Kulturverständnis es erlaubt. Israel hat mich besonders beeindruckt und in Afrika habe ich mal in einer Schule übernachtet, da musste ich morgens früh raus, als die Kinder kamen.“

Einen fixen Plan hat Alexander Almásy keinen, wenn er Gas gibt, sondern meist nur eine Landkarte im Gepäck. „Kartenlesen habe ich beim Bundesheer gelernt, ein Navi brauche ich selten und das Abenteuer findet mich so auch immer, ich muss es nicht suchen.“ Die Pickerl auf den Seitenkoffern seiner BMW, zeugen von all den Ländern, in denen er schon war. Und auch wenn er nichts lieber als Gas gibt: „Am Heimweg einer Reise werde ich langsamer und kurz vor Bernstein fahre ich im Schleichtempo, weil ich nicht will, dass die Reise dann doch ein Ende hat.“ Gott sei Dank steht auf seiner BMW aber groß „Adventure“ oben – der Name verpflichtet den Burgherren quasi für weitere Reiseabenteuer, ganz so, wie eben sein Nachname.