Gekröntes Streuobst: Großer Erfolg bei Landesprämierung. Die Streuobstproduzenten haben bei der heurigen Landesprämierung sensationell abgeschnitten.

Von Stefanie Romirer-Maierhofer und Niklas Mikovits. Erstellt am 12. August 2020 (05:42)
Auch wenn der Galaabend coronabedingt ausgefallen ist, trafen sich die 18 Produzenten aus dem Burgenland zu einem Fototermin. Bei der Landesprämierung haben sie insgesamt 84 Medaillen gemacht.
Robert Kalb

Gold, Silder und Bronze hängen offenbar in den Kronen der alten Streuobstbäume. Wie jedes Jahr, gab es auch heuer die Burgenländische Landesprämierung für Säfte, Moste, Brände, Sirupe und Essige. Die 18 Produzenten haben insgesamt 84 Medaillen errungen. Das sind immerhin 16,4 Prozent aller Auszeichnungen im Burgenland. „Fast jedes sechste prämierte Produkt stammt also schon aus einem zertifizierten Streuobstbestand, und trägt somit zur Erhaltung der wunderschönen, landschaftsprägenden und ökologisch so wertvollen Streuobstwiesen bei“, erklärt Brigitte Gerger vom Verein Wieseninitiative.

Die Aromen der alten Sorten sind eine gute Basis für tolle, einmalige Produkte. Die Produzenten haben in den letzten Jahren ihr Knowhow und ihre Fähigkeiten zur Verarbeitung ständig weiterentwickelt, das Ergebnis spricht für sich. Streuobstproduzenten erzeugen ihre Produkte nachweislich aus dem Obst extensiv bewirtschafteter Streuobstwiesen.

Abgeräumt. Erich Hirmann aus Rudersdorf erhielt Auszeichnungen in Bronze, Silber und Gold.
BVZ

Die Obstbestände wurden kartiert und sind in einer Datenbank erfasst. Die Produkte sind mit dem Streuobstqualitätssiegel des Vereins Wieseninitiative gekennzeichnet, der 1993 von Naturschützern und Landwirten gegründet wurde und sich seit her mit der Erhaltung und Förderung ländlicher Lebensräume beschäftigt. Gemeinsam wird versucht Lösungen zu finden, welche wirtschaftlich sowie für die Um- und Tierwelt profitabel sind.

„Einerseits haben wir Leute mit eigenen Gärten, die holen sich bei uns Tipps, andererseits haben wir auch Leute dabei, welche das Streuobst selbst verwerten wollen und bei unserer Vermarktungsgemeinschaft dabei sind“, erzählt Brigitte Gerger.

Der Verein versucht, mit seinem Schwerpunkt Streuobstwiesen einzelne Streuobstproduzenten zu bündeln und die Produkte gemeinsam zu bewerben. Die Aufgabe des Vereins ist nicht nur mehr Bewusstsein für Streuobstwiesen zu schaffen, sondern Direktvermarkter hervorzuheben und die vielen erfolgreichen Produkte zu präsentieren.

„Coronabedingt wurde die alljährliche Feier der Landesprämierung abgesagt. Trotzdem hat der Verein sämtliche Programme durchgezogen, welche unter den Auflagen der Regierung möglich waren. Da der Großteil der Wanderungen und Kurse im Freien abgehalten werden können, hatte der Verein so gut wie keine Defizite zu vermerken“, erklärt Gerger. Künftig will die Wieseninitiative mit dem Apfelkulinarium auf Burg Forchtenstein begeistern und den Leuten den Geschmack des Herbsts näherbringen.