53-Jähriger wegen Kinderpornos verurteilt. Ein 53-jähriger Südburgenländer lud massenhaft kinderpornografische Bilder und Videos auf sein Mobiltelefon.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 21. Mai 2020 (05:21)
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Schlecht sei es ihm gegangen, erzählte der 53-jährige Angeklagte vorige Woche beim Gerichtsverfahren wegen Kinderpornografie am Landesgericht Eisenstadt.

Er habe einen Herzinfarkt erlitten gehabt und dann habe ihn auch noch seine Frau aus der Wohnung geworfen. „Ich war physisch ganz unten!“, sagte der Angeklagte.

Die Polizei hatte am Handy des Angeklagten 859 Bilder und 366 Videos mit kinderpornografischen Darstellungen und Inhalten gefunden, die in den Jahren 2018 und 2019 aus dem Internet heruntergeladen worden waren.

„Die meisten davon habe ich bekommen. Ich habe aber auch solche Dateien versendet“, gab der Angeklagte zerknirscht zu.

„Sie sind also in diese Sache nur hineingerutscht?“, fragte Richterin Doris Halper-Praunias.

„Nein“, erwiderte der Angeklagte. „Es hat mich wohl auch interessiert.“

Andererseits gab der Mann an, er sei nicht pädophil veranlagt.

„Warum verlassen Sie dann nicht die Internetgruppe?“, wollte die Richterin wissen.

„Ich wollte nur schreiben. Dann will man immer mehr und wird neugierig“, berichtete der Angeklagte.

Richterin: „Kinder müssen leiden“

Die Richterin erinnerte den Mann daran, dass für die Herstellung von Kinderpornografie Kinder misshandelt werden.

„Es war ein Blackout“, behauptete der Mann. „Ich war ganz unten.“

Er sei seit 34 Jahren berufstätig und wolle seinen Job nicht verlieren. Facebook sei für ihn kein Thema mehr, er habe keinen Internetzugang und kein Handy. „Sie hätten die Möglichkeit gehabt, aus der Gruppe auszusteigen“, ermahnte Staatsanwalt Anton Paukner den Angeklagten. Auch die Weitergabe der kinderpornografischen Inhalte wiege strafrechtlich schwer.

Der Angeklagte wurde zu vier Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Außerdem muss er 1440 Euro Geldstrafe bezahlen. „Sollte so etwas wieder vorkommen, müssen Sie damit rechnen, dass Sie ins Gefängnis kommen“, warnte die Richterin den Angeklagten, der sich mit dem Urteil einverstanden erklärte. „Ich weiß nicht, was mich da geritten hat, dass ich so abgesackt bin“, übte der Mann Selbstkritik. „Das ist kein Kavaliersdelikt!“, gab ihm die Richterin noch mit auf den Weg, bevor sich der Angeklagte verabschiedete: „Ich sage Dankeschön für das Urteil.“