Erste Bilanz: Gastro-Ansturm blieb aus. Gastronomen sind mit erstem Wochenende nach dem Lockdown zufrieden. Positiver Grundtenor herrscht aber nicht überall.

Von Maximilian Wiesler. Erstellt am 21. Mai 2020 (05:33)
Wiedersehen für den Stammtisch beim „Kaplan am Kurpark“ in Bad Tatzmannsdorf. Richard Schranz, Reinhard Bieber und Rudi Schitter stießen mit Christian Kaplan und Kellner Tibor Széchényi auf den Neustart der Gastronomie an.
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Ein Glas Wein im Lokal genießen, mit einem Krug Bier dem Wirten zuprosten: Das ist seit knapp einer Woche wieder möglich. Nach Corona-Quarantäne und zweimonatiger Schließung durfte die Gastronomie am 15. Mai wieder öffnen, strikte Vorgaben, die das Infektionsrisiko minimieren und bestenfalls eliminieren sollen, inklusive.

Das erste Wochenende stimme die burgenländischen Gastronomen durchaus zufrieden, betont die Wirtschaftskammer. Spartenobmann Helmut Tury gibt einen allgemeinen Einblick: „Viele Stammgäste haben auf einen Kaffee, auf ein Getränk beim Lieblingswirt vorbeigeschaut, in den Restaurants selbst war es durchwachsen.“ Im Gesamten haben die Gäste die Öffnung sehr unterschiedlich angenommen, ergänzt Tury, der erwartet, es werde ein langer Prozess, bis sich die Konsumenten auf die neue Situation einstellen. Das spiegelt sich in der Auslastung wieder. Am Wochenende war im Schnitt rund ein Drittel der Restaurants besucht. Dass der „Vor-Corona-Umsatz“ jedenfalls nicht erreicht werden konnte, bestätigen Szenewirte aus dem Bezirk.

„Sehr schwierig bleibt es für die Landgastronomie, solange keine Familienfeiern oder ähnliche Feste erlaubt sind“, heißt es seitens der Wirtschaftskammer. Bestätigt wird das von Andreas Schmidt vom Rabenbräu in Neustift an der Lafnitz: „Wir sind sehr veranstaltungslastig, das fehlt total. Mit den jetzigen Einschränkungen können wir maximal 20 Prozent des Umsatzes erreichen. Bei der Umsetzung der Vorgaben kommt uns die Lokalgröße mit 450 Sitzplätzen zugute, das ist kein Problem. Wir werden sehen, wie die Lockerungen kommen. Wenn im Herbst wieder geheiratet wird, Firmungen stattfinden, haben wir eine wahnsinnige Auslastung. Wir hätten 26 Hochzeiten gehabt, die haben wir alle in die Monate September, Oktober, November reingeschoben.“ Positiv punkte der Liefer- und Abholservice, auf den viele Unternehmer weiter setzen wollen.

Von der Gastro-Öffnung profitiere überdies der Handel. „In den Stadtzentren waren dadurch mehr Menschen unterwegs“, erklärt Andrea Gottweis, Obfrau der Sparte Handel. Von Zahlen, wie sie vor der Krise waren, sei man aber auch hier noch weit weg. „Wir hoffen stark auf Ende Mai, wenn der Tourismus wieder voll starten darf.“