Pläne für Flugplatz: Konkret oder nicht?. Debatte über Flugplatz zwischen Oberwart und Riedlingsdorf. Grüne starten Petition, Reinhard Jany fordert Volksbefragung.

Von Carina Fenz. Erstellt am 13. Februar 2019 (05:34)
BVZ
Grüne fordern „Züge statt Flüge“. Martina Hajdusich, Manfred Kainz, Federica Hanel, Regina Petrik, Anja Haider-Wallner, Rudolf Dujmovits, Gerald Kanz, Irmi Salzer, Jutta Spitzmüller, Wolfgang Weeber, Wolfgang Spitzmüller, Georg Gossi, Mirjam Kayer, Aaron Sterniczky und Daniela Urschitz.

Die „geheimen“ Pläne für ein Flugplatzprojekt zwischen Oberwart und Riedlingsdorf erhitzen weiterhin die Gemüter. Oberschützens Vizebürgermeister Reinhard Jany (ÖVP) fordert eine Volksbefragung und die Grünen haben eine Onlinepetition gestartet, um gegen das geplante Vorhaben mobil zu machen.

Zur Vorgeschichte: Am Donnerstag der Vorwoche wurde bekannt, dass Vertreter des Infrastrukturministeriums, der Gemeinden Oberwart, Oberschützen und Riedlingsdorf sowie Vertreter der Flugschule „Punitz Flugbetrieb GmbH“ und des Sportfliegerclubs Pinkafeld an einem Treffen teilnahmen. Währen sich Oberwarts Stadtchef Georg Rosner (ÖVP) und Riedlingsdorfs Vizebürgermeister Gerald Radasits (SPÖ) an die vereinbarte Verschwiegenheitsklausel halten und das Thema nicht kommentieren wollen, ist Oberschützens Vizebürgermeister Reinhard Jany (ÖVP) nach vorne geprescht.

„Der Flugplatz soll von Pinkafeld nach Oberwart verlegt werden und eine asphaltierte Landebahn errichtet werden vorerst nur für Kleinflugzeuge“, verrät er die ersten Pläne. Jany befürchtet auch, dass die Verlegung des Flugplatzes nur der Anfang des Projekts sei. „Wird er dann in einigen Jahren weiter ausgebaut, das Flugfeld verlängert oder mehr, wie es in Großpetersdorf angedacht war?“, wirft Jany in den Raum.

„Wird er dann in einigen Jahren weiter ausgebaut, das Flugfeld verlängert oder mehr, wie es in Großpetersdorf angedacht war?“

Pläne dazu gebe es und ein erstes Treffen mit Vertretern aus Wirtschaft, Flugbetreibern und Politik fand bereits statt und es sollen weitere Besprechungen folgen. „Wenn man bedenkt, dass als Standort das Naherholungsgebiet, das durch den Rückbau der Pinka und dem Hochwasserschutz entstanden ist, ausgewählt wurde, dann muss man sich schon Gedanken machen. Touristisch gesehen kommt es für die Region um Bad Tatzmannsdorf durch Fluglärm sicherlich zu Beeinträchtigungen der Lebensqualität“, befürchtet Jany.

Volksbefragung wird ein Thema werden

Die angrenzenden Gemeinden Oberwart – Riedlingsdorf – Unterschützen – Bad Tatzmannsdorf wären vom Fluglärm der landenden und aufsteigenden Flugzeuge massiv betroffen“, so Jany, der in den betroffenen Gemeinden jetzt eine Volksbefragung fordert. Bad Tatzmannsdorfs Ortschef Gert Polster (SPÖ) will die Pläne nicht kommentieren.

Als „voreilige Aktion“ bezeichnet Oberschützens Bürgermeister Hans Unger (ÖVP) die Aussagen seines Vizebürgermeisters Reinhard Jany. Er selbst war bei der Besprechung nicht dabei und will beim nächsten Treffen „sachlich darüber diskutieren“, so Unger. Er selbst habe keinerlei Informationen zum Projekt.

Petition: Grüne fordern „Züge statt Flüge“

Die Bestrebungen den Pinkafelder Flugplatz nach Oberwart zu verlegen und ihn auszubauen werden von den Grünen nicht unterstützt. „Die Menschen im Südburgenland brauchen gute Bahnverbindungen und pendlertaugliche Anbindungen an die öffentlichen Verkehrsknotenpunkte, keinen Flugplatz für Superreiche und Promis. Das ist ökologisch und sozial völliger Unsinn“, stellt der Bezirkssprecher und Landtagsabgeordnete Wolfgang Spitzmüller (Grüne) fest. „Wir fordern Züge statt Flüge für das Südburgenland“, bewerben die Grünen eine entsprechende Onlinepetition: www.openpetition.eu/!ZuegeStattFluege

Wie die BVZ bereits berichtete, wurden im Herbst Stimmen laut, die ein vor mehr als 20 Jahren geplantes Projekt in Großpetersdorf wieder aufleben lassen wollen. Ende der 1990er-Jahre hat man sich im Zuge einer Volksabstimmung für ein Projekt Flugplatz für die Region ausgesprochen, die Pläne wurden allerdings nie umgesetzt.