FH Pinkafeld baut aus: Details wurden bekanntgegeben. Der Fachhochschul-Campus soll ausgebaut werden. Dazu sind Investitionen im zweistelligen Millionenbereich geplant.

Von Eva-Maria Leeb. Update am 11. September 2019 (11:45)
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FH-Geschäftsführer Georg Pehm, Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, Landesrat Heinrich Dorner und Bürgermeister Kurt Maczek (v.l.).

Im Rahmen der Veranstaltung „Doskozil fragt nach“ im Offenen Haus Oberwart kam auch das Thema der Erweiterung der Fachhochschule Pinkafeld zur Sprache. Landeshauptmann Hans Peter Doskozil erwähnte dabei auch, dass eine Liegenschaft (ehemalige Falke-Fabrik) angekauft wird. Zur Geschichte: 1993 starteten die Fachhochschulen an den Standorten Eisenstadt und Pinkafeld. Der erste Studiengang im Landessüden war „Gebäudetechnik/Building Technology and Management“.

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Die Fachhochschule Pinkafeld soll baulich erweitert werden. Synergien mit dem Technologiezentrum sollen noch mehr genutzt werden.

2014 beschritt der Forschungsstandort Pinkafeld mit der Eröffnung des Energetikums neue Wege. Dieses ist als sogenanntes „Living Lab“ konzipiert, das heißt, dass geforscht wird, während das Gebäude auch tatsächlich im Alltag genutzt wird. Mittlerweile bietet die FH Pinkafeld zahlreiche Bachelor- und Masterstudiengänge in den Bereichen „Energie-Umweltmanagement“ und „Gesundheit“.

Rund 2.000 Studenten sind am Campus Pinkafeld unterwegs. Auf den Fachkräftemangel im sogenannten MINT-Bereich reagierte das Wissenschaftsministerium und hat österreichweit 330 neue FH-Studienplätze ausgeschrieben. Die FH Burgenland hat ein weiteres innovatives Ausbildungskonzept eingereicht – und die Zusage der Finanzierung bekommen.

25 neue Studienplätze an der FH Pinkafeld

„Mit dem neuen Bachelorstudiengang ‚Softwareentwicklung und Intelligente Systeme‘ werden wir junge Menschen in Zukunft noch besser auf Berufe in unserer digitalen Welt vorbereiten können“, ist FH-Geschäftsführer Georg Pehm überzeugt. Für diesen Studiengang werden 25 neue Plätze in Pinkafeld entstehen. Mit der „Forschung Burgenland“ und dem angrenzenden Technologiezentrum ist Pinkafeld schon jetzt ein attraktiver Forschungsstandort.

Nun erfolgt ein nächster Schritt mit dem Ausbau des Fachhochschul-Campus in Pinkafeld. Dem Vernehmen nach ist die grundbücherliche Übernahme der Liegenschaft, die an die FH Pinkafeld angrenzt (ehemalige Falke Fabrik) bereits erfolgt. Nun soll in zwei Bauabschnitten der FH Campus erweitert werden. Neben einem neuen Forschungszentrum sollen eine neue Bibliothek, eine Mensa, zusätzliche Labore sowohl zahlreiche Seminar- und Lehrräumlichkeiten, als auch Arbeitsplätze für Lehr- und Forschungspersonal beziehungsweise wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geschaffen werden.

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In einem ersten Abschnitt sollen eine Erweiterung des schon bestehenden „Energetikums“ und Ausbaumaßnahmen beim Technologiezentrum erfolgen. Hier wurde bereits ein Ideenwettbewerb ausgeschrieben. Läuft alles plangemäß, soll eine Hälfte des ersten Bauteils 2021 fertiggestellt werden. Ein zweiter Bauabschnitt soll danach folgen. Man wolle die Synergien zwischen FH und Technologiezentrum noch enger gestalten und nutzen.

11,8 Mio. in Bauphase 1: Details kamen auf den Tisch

Die Investitionen in dieses Projekt sollen im zweistelligen Millionenbereich liegen - die größte Investition in den Forschungsstandort Pinkafeld seit dem Start der Fachhochschule 1993. Genaue Zahlen wollte man auf Anfrage im Büro von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil noch nicht nennen. Die konkreten Pläne wurden in einer Pressekonferenz am Mittwoch in Pinkafeld vorgestellt.

Dabei kamen nun die Zahlen auf den Tisch, in den nächsten Jahren werden rund 25,1 Millionen Euro in den Campus Pinkafeld investiert. „Diese Investitionen stellen einen weiteren, starken Impuls für das Südburgenland dar“, erklärt Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und meint weiter: Sie schaffen neue Arbeitsplätze in der Region und treiben Innovation weiter voran.“

In der ersten Bauphase werde man, laut Landesrat Heinrich Dorner, rund 11,8 Millionen Euro investieren und damit eine Fläche von rund 4.800 Quadratmetern neu schaffen, sowie das Technologiezentrum mit über 1.600 Quadratmetern „fit für die Zukunft“ machen. Die Fertigstellung ist für Frühjahr 2022 geplant.

„Pinkafeld hat sich zum wirtschaftlichen Leuchtturmprojekt für das Südburgenland entwickelt“, sagt der Pinkafelder Bürgermeister Kurt Maczek. Der Campus, das Technologiezentrum und der Wirtschaftspark seien eine echte Erfolgsstory.

FH-Geschäftsführer Georg Pehm spricht von einer „immens wichtigen Entscheidung“ für die Zukunft der Hochschule am Standort Pinkafeld.