Stefanie Drobits: Von Allhau nach Berlin. Stefanie Drobits aus Markt Allhau bietet unter dem Namen „Fräulein Brösel“ österreichischen Wein, Brände und Schnäpse in ihrem Geschäft in Berlin an.

Von Eva-Maria Leeb. Erstellt am 08. Februar 2020 (03:10)
Hat in Berlin ihre berufliche Erfüllung gefunden. Stefanie Drobits aus Markt Allhau
Lena Gassmann

Über Wien und New York führte der Weg von Stefanie Drobits aus Markt Allhau in die deutsche Hauptstadt. „Während meines Studiums der Betriebswirtschaftslehre an der Wiener Wirtschaftsuniversität bekam ich die Möglichkeit, ein bezahltes Praktikum für die Raiffeisen Bank in New York wahrzunehmen. Die Erfahrung war für mich eine fürs Leben. New York, eine Großstadt, so rasch im Wandel und die USA mit ihrem doch anderen Lebensstil und ihrer vielseitigen Kultur zogen mich schon immer an. Und ich suchte damals auch nach einer gelungenen Abwechslung zum kleinen fast dörflichen Wien“, erklärt Drobits. Einen willkommenen Ausgleich zur Welt der Zahlen fand sie in ihrer großen Leidenschaft, der Literatur. Große Begeisterung erweckte in ihr auch die Kunst und somit Malerei. Dies führte unter anderem auch dazu, dass sie in Wien wie auch später in Berlin für mehrere Galerien tätig war.

„Fräulein Brösel“ bietet heimische Produkte an

Von New York ging es zurück nach Wien, wo ihr ein Freund den Floh ins Ohr setzte, sich doch einmal den Big Apple of Germany anzuschauen. „So tat ich meinen ersten Schritt nach Berlin. Und blieb. Wenn ich auch dauerhaft fürs Leben und Überleben in dieser Großstadt ein kleines Stück Heimat nach Berlin bringen musste, was dazu führte, dass ich mit dem Import und Vertrieb österreichischer Weine startete und zusammen mit meinem drei Jahre späteren Einstieg in die fabelhafte Welt der Destillate und somit der Produktion meines eigenes Schnapses, auch meine große Leidenschaft und berufliche Erfüllung fand“, sagt die Markt Allhauerin, die unter dem Namen „Fräulein Brösel“ (Drobits heißt auf Kroatisch Brösel) österreichische Weine, Schnäpse, Geister und Brände in ihrem Shop in Berlin und online verkauft.

Besuch aus der Heimat. Landwirtschaftskammerpräsident Nikolaus Berlakovich, Stefanie Drobits, Kammerdirektor Otto Prieler.
LK Burgenland

Auf die Frage, wie die heimischen Weine angenommen werden, antwortet Drobits: „Sehr gut, die Deutschen mögen uns Österreicher und auch unsere Weine. Der österreichische Wein erfährt seit vielen Jahren eine grandiose Blütezeit. Durch den Glykolskandal musste man das Vertrauen der Kundschaft, national wie auch international, wieder zurückgewinnen, was gelungen ist.“ Allen voran wird in Österreich viel Wert auf biologischen und biodynamischen Anbau gelegt, diese bilde in Berlin einen wichtigen Punkt bei der weiteren Kaufentscheidung. „Ich bin sehr stolz, mit solchen Betrieben zu arbeiten und ihre Vision in Richtung biologischen und biodynamischen Anbau zu unterstützen“, sagt Drobits.

Auch Österreicher finden immer wieder den Weg in ihr Geschäft, „vor allem auf Empfehlung, wenn sie in einem Restaurant köstlich gespeist und getrunken haben.“ Der Besuch ihrer Landsleute freut Drobits immer sehr. Eine Rückkehr ist derzeit keine Option. „Ich werde immer einen Koffer in Österreich behalten. Mein Lebenssitz ist jedoch in Berlin“, so Drobits.