Oberdorferin Janisch gewinnt „abstrusen“ Nobelpreis. Judith Janisch macht ihren PhD an der Vetmeduni Wien. Im Rahmen eines Projekts bekam sie den Ig-Nobelpreis verliehen.

Von Carina Fenz. Erstellt am 26. September 2020 (06:12)
Den Preis hat das Forschungsteam rund um Judith Janisch (2. Reihe/r.) virtuell von Andre Geim verliehen bekommen, der ebenfalls Ig-Nobelpreisträger ist, ganz nebenbei aber auch einen „richtigen“ Nobelpreistitel hat.
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Sie ist 32 Jahre jung, Wissenschafterin und macht derzeit ihren PhD an der Vetmeduni Wien. Die Rede ist von Judith Janisch, die seit wenigen Tagen auch stolze Besitzerin eines Nobelpreises ist, nämlich für „abstruse“ Forschungsarbeiten.

Der sogenannte lg-Nobelpreis geht den Nobelpreis-Nominierungen immer ein paar Wochen voraus und findet immer mehr Beachtung, als amüsante Einleitung.

Das Forschungsteam dem Janisch, neben Wissenschaftlern aus Japan, den USA und der Schweiz angehörte, hat einen „weiblichen chinesischen Alligator, der zu den bedrohten Tierarten gehört, in eine luftdichte, mit Helium gefüllte Kammer, gesetzt“, erzählt Janisch.

Was passiert? Der Alligator verändert seine Stimme. Ihr Fazit: „Alligatoren klingen komisch, wenn sie Helium einatmen, wie auch Menschen.“

Dahinter steckt aber nicht nur Spaß, sondern auch eine evolutionäre Vergleichsstudie, denn „wir wollten damit schauen, ob Reptilien Säugetieren oder Amphibien näher sind“, erklärt die Oberdorferin, die ihren PhD zum Paarungsverhalten von Schnurrvögeln schreibt. In diesem Jahr fand die Preisverleihung wegen der Corona-Pandemie zum ersten Mal nur online statt.

Für Janisch war der Jux-Nobelpreis eine „schöne Anerkennung“ und „der Startschuss auf dem Weg zum richtigen Nobelpreis.“