Unlustiger Fasching für Schulen. Großpetersdorfer Schulen organisierten heuer kein Faschingstreiben. Begründung dafür enttäuscht Ortschef.

Von Vanessa Bruckner. Erstellt am 06. März 2019 (04:13)
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Kurz und knackig erklärt: Seit Jahrzehnten teilen sich in Großpetersdorf Vereine und Schulen abwechselnd die Organisation des Faschingsdienstag-Programmes im Ort. Die Volksschule und NMS fungierten also auch immer wieder als Hauptveranstalter - inklusive buntgestaltetem Rahmenprogramm der Kinder.

2019 war dem nicht so. Keine Schulkinder auf der Bühne. Der Grund dafür hat zwei Versionen.

Während in einer Anmerkung eines Protokolles der Gemeindevertretung zum Sachverhalt „Fasching ohne Schulkinder“ steht, dass „die Schulleiter eine Teilnahme am bunten Treiben nicht mehr wollen“, kontern diese vehement.

Die offizielle Begründung von Andreas Bencsics, Direktor der NMS Großpetersdorf, lautet wie folgt: „ In den letzten Jahren haben Lehrer und Eltern die pädagogische Sinnhaftigkeit hinterfragt, und es wurden zahlreiche Argumente vorgebracht, die eine ‚verpflichtende‘ Teilnahme nicht mehr rechtfertigen. Und die letzte Lehrerkonferenz hat einstimmig ergeben, dass sich die NMS nicht als Ganzes organisiert beteiligt“, informiert Bencsics in einer offiziellen E-Mail an die BVZ Redaktion.

„Betrunkene Narren“ als ein Argument?

Auch die Direktorin der Großpetersdorfer Volksschule, Alexandra Baumgartner, schließt sich den erklärenden Worten von Bencsics in einer der BVZ vorliegenden E-Mail an. Angesichts der Entscheidung der beiden Schulen, nicht mehr am Faschingsdienstag-Programm teilzunehmen, ist aber anscheinend nicht nur Ortschef Wolfgang Tauss das Lachen vergangen.

„Viele Eltern enttäuschter Schulkinder sind an mich herangetreten. Als Bürgermeister finde ich es ebenfalls traurig, dass ein so langes Brauchtum nicht mehr gelebt wird“, so Tauss und fügt an: „Und das sind schon einige tausend Euro, auf die die Schulen somit verzichten, weil als Organisator haben sie beim Faschingsgeschäft auch verdient.“

Ein Argument der Schulen ist auch der Alkoholkonsum am Faschingsdienstag bei den Erwachsenen. „Natürlich ist das nicht schön für Kinder anzusehen, aber das ist nicht der Hauptgrund dafür, dass die NMS heuer beim Narrentreiben nicht mehr dabei war“, beschwichtigt Bencsics. Bürgermeister Tauss darauf: „Dann dürfte man beim Schulfest aber auch keinen Alkohol mehr ausschenken.“