Lokal-Sperren: Angezeigter Wirt versucht aufzuklären. Roman Stephanek hat zwei Anzeigen bekommen, da er ‚angeblich‘ während der gesetzlichen Sperre sein Lokal für Besucher geöffnet hatte. Das waren aber Missverständnisse.

Von Dorothea Müllner-Frühwirth. Erstellt am 14. Mai 2020 (05:24)
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Ein Gasthaus im Bezirk Oberwart soll in den vergangenen Wochen trotz des Verbots aufgrund der Coronakrise für Gäste geöffnet haben. Der Wirt wurde angezeigt, es droht eine Strafe von bis zu 3.000 Euro. Die BVZ hat den Wirt zum Gespräch gebeten und Roman Stephanek hat dankend angenommen, vor allem, um sich zu erklären.

Stephanek, der erst im Feber des heurigen Jahres das Gasthaus von seiner Schwester übernommen hat, steht nämlich jetzt am Anfang vor großen Herausforderungen. Zu der verordneten Sperre der Gasthäuser sieht er sich jetzt auch mit zwei Anzeigen konfrontiert. „In den letzten Wochen gab bei uns sicher vier oder fünf Mal eine Polizeikontrolle“, erzählt der passionierte Wirt im Gespräch mit der BVZ.

Dabei trafen die Polizisten einmal auf einen Gast, der das bestellte Essen abgeholt hat und im Gastraum darauf gewartet hat. „Das war der Fehler, er hätte draußen warten müssen. Deshalb bekamen sowohl wir als auch der Gast eine Anzeige“, erklärt Stephanek, der die vielen Kontrollen darauf zurückführt, dass möglicherweise jemand aus der Ortschaft gesehen hat, dass öfter Autos vor dem Gasthaus geparkt haben. „Bei uns wird frisch gekocht und die Leute aus der Umgebung nehmen von dem Angebot, das Essen abzuholen, gerne Gebrauch“, erklärt Stephanek.

Stephanek: „Gäste sind verunsichert“

Die coronabedingte Sperre wurde vom Wirt auch dazu genutzt, Umbauarbeiten im Lokal vorzunehmen. „Wir haben die Sanitäranlagen neu adaptiert. Dabei haben mir zwei Freunde geholfen. Während der Arbeiten kam die Polizei in unser Gasthaus und wir wurden erneut angezeigt.“ Trotz der „Rückschläge“ haben Roman Stephanek und sein Team weiter gearbeitet, um für ihre Gäste bestmöglich da zu sein. Die Anzeigen haben die Menschen aber verunsichert.

„Manche haben mehrere Male angerufen und gefragt, ob sie nun wirklich ihr Essen abholen können, ohne eine Strafe zu bekommen. Besonders am Muttertag haben wir gemerkt, dass viel mehr Gäste bestellen wollten, aber durch die Verunsicherung haben sich das einige nicht getraut“, so Stephanek. Am kommenden Freitag, dem 15. Mai, kann der Zickenwirt endlich wieder seine Türen für die Gäste Kunden öffnen. Das Angebot, Essen abzuholen oder sich liefern zu lassen, bleibt aber aufrecht. „Wir freuen uns aber, dass kleine Gruppen wieder in unserem Gasthaus speisen dürfen“, blickt der Wirt schon optimistisch in die Zukunft, Strafen hin oder her.