Nörgeln auf sehr hohem Niveau. Über Bernd Wiesbergers Saisonbilanz: am Ende bitter, insgesamt fantastisch.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 27. November 2019 (02:16)

Zugegeben, das diesjährige Finale der European Tour enttäuschte – zumindest all jene, die Bernd Wiesberger die Daumen drückten. Österreichs Nummer eins hat in Dubai beim letzten der vier Final-Events auf der höchsten Ebene des europäischen Profi-Golfsports den Gesamtsieg im sogenannten Race to Dubai aus der Hand gegeben. Platz 28 war für den Wahl-Bad Tatzmannsdorfer zu wenig, weil die schärfsten Mitstreiter Jon Rahm und Tommy Fleetwood am Punkt da waren, Wiesberger mit Platz eins und zwei noch abfangen konnten. Da kam alles zusammen, weshalb nun der Spanier Rahm als Sieger der Gesamtwertung die Harry Vardon Trophy entgegennahm. Der Saison-Beste darf sich finanziell neben dem größten Anteil der Millionen aus dem Bonus-Pool für die Top-Fünf auch sportlich über eine nun zehnjährige Tour-Spielberechtigung freuen.

Bernd Wiesberger muss sich hingegen mit Gesamtplatz drei trösten. Bitter. Trotzdem bleibt festzuhalten: Der 34-Jährige hat sich nach der mehrmonatigen Verletzungspause im vergangenen Jahr heuer von Position 389 (Stand Mai!) in der Weltrangliste auf aktuell Rang 21 verbessert. Er ist die Nummer drei von 331 in der European Tour-Wertung angeführten Spielern. Sein Comeback ist und bleibt fantastisch. Wer in diesem Kontext den verpassten Gesamtsieg (zu) kritisch sieht, nörgelt auf sehr hohem Niveau.