Wie geht es weiter nach ergebnisloser Gräber-Suche?. Nahe der südburgenländischen Gemeinde Rechnitz wird seit Mittwochvormittag wieder nach Gräbern gesucht, in denen 180 im März 1945 von den Nationalsozialisten ermordete ungarische Juden nach einem Massaker verscharrt worden waren. Der mittlerweile 16. Versuch, die Opfer dieser Bluttat zu finden, wird in diesen Minuten vom Fund einer Granate behindert. Wir berichten laufend. UPDATE: In der Pressekonferenz wurde gerade ein ergebnisloser 1. Tag verkündet, die Suche geht aber weiter.

Von APA Red. Update am 06. März 2019 (16:46)

Abschluss: Wie geht es weiter?

Fenz, BVZ
Der "indirekte Zeitzeuge" Erich Deutsch (li.) 

Die Verdachtsfläche ist 30 Hektor groß (siehe Karte bei Update3), das gesamte Waldstück umzugraben soll laut Schätzung 200.000 Euro kosten. Wann die Grabungen daher weitergehen ist ungewiss. Der Tipp ging jedenfalls von Erich Deutsch aus Jabing aus, sein Großvater war zu Kriegsende Zollwächter im Raum Rechnitz und habe ihm vom "Judenwald" und den Erschießungen darin erzählt.

BVZ-Oberwart-Chefin Carina Fenz wird alle Ereignisse und neue Entwicklungen in einem Hintergrund-Artikel zusammenfassen.

Update 5: Pressekonferenz ohne Ergebnis

Die Pressekonferenz hat jetzt gerade, 7.3. um 15 Uhr, stattgefunden, es gibt bisher keine Ergebnisse, die Suche wird fortgesetzt.

Update 4: BVZ-Video der Grabungs-Arbeiten

Die BVZ ist mit 2 Redakteuren vor Ort, wir beobachten sowohl die Pressekonferenz als auch die Grabungsarbeiten, die derzeit wieder aufgenommen wurden:

 

Update 3: Ort der Grabungen bestätigt

Die BVZ ist jetzt vor Ort, gegraben wird hier:

 

Update 2: Granatenfund 

Donnerstag, 7.3., Mittag: Die Grabungen werden derzeit vom Fund einer Granate behindert. Eine Pressekonferenz um 15 Uhr soll für Klarheit sorgen, die BVZ wird live berichten. 

Update 1 mit interaktiver Karte: Wo wird gegraben?

Die Gräber sollen sich in einem Waldstück in der Nähe des alten Bahnhofs befinden. Von der so genannten "Remise" gibt nur eine alte Beschreibung, die Gedenkinitiative RE.F.U.G.I.U.S. hat diese in der ehmaligen KPÖ-Zeitung "Freies Burgenland" aus dem Jahr 1945 entdeckt hat: link zum RE.F.U.G.I.U.S.-Archiv. Daher kommen mehrere (teilweise ehemalige) Waldstücke in Betracht. Der alte Bahnhof befindet sich hier:

Start der Ausgrabungen am 6.3.

Am Vormittag war unter Federführung der archäologischen Abteilung des Bundesdenkmalamtes in einem bewaldeten, früher als "Remise" bekannten Areal südlich von Rechnitz mit Grabungen begonnen worden.

Über den aktuellen Stand der Suche wollen das Bundesdenkmalamt und der Verein RE.F.U.G.I.U.S., der sich seit den frühen 1990er-Jahren um die Bewahrung des Kreuzstadls in Rechnitz als Gedenkstätte bemüht, am Donnerstag bei einer Pressekonferenz um 15.00 Uhr beim Kreuzstadl informieren.