Spatenstich von historischer Bedeutung. 235 Millionen Euro — die größte Investition in der Geschichte des Landes — werden bis zum Jahr 2024 investiert.

Von Carina Fenz. Erstellt am 21. Mai 2020 (05:57)

Mit dem Spatenstich für das neue Krankenhaus in Oberwart erfolgte am Dienstag der Startschuss für die größte Investition in der Geschichte des Burgenlandes. Es war ein großer Moment, jedoch aufgrund der Coronakrise in kleinem Rahmen, „weil das medizinische Personal intensiv mit einer Pandemie beschäftigt ist, wollten wir die Feier eher klein halten und nachfeiern, wenn die Situation es zulässt. In Zeiten, in denen das Coronavirus auch zu einer wirtschaftlichen Krise geführt hat, ist es wichtig, dass man ein Signal setzt, dass das Leben weitergeht“, begrüßte KRAGES-Geschäftsführer Hans-Peter Rucker die überschaubare Menge an Gästen beim Spatenstich.

Landeshauptmann Hans Peter Doskozil sprach von einem „Meilenstein“ in der Gesundheitsversorgung. „Die Coronakrise hat uns deutlich vor Augen geführt, dass die medizinische Versorgung für die Bevölkerung ein ganz wesentliches Gut ist“, so Doskozil, der damit den immer wieder aufflammenden Diskussionen rund um Spitals-Standorte entgegenwirken möchte. „Das neue Krankenhaus in Oberwart und auch jenes in Gols zu errichten sowie die Garantie für unsere fünf Spitäler im Land auszusprechen, war der richtige Weg“, ist Doskozil überzeugt.

Das neue Krankenhaus, welches 319 Betten umfasst, soll das Leitspital für die Region Südburgenland-Oststeiermark werden und 2024 in Betrieb gehen. Das Leistungsangebot wird im neuen Haus im Vergleich zum aktuellen Spital umfassend modernisiert und erweitert: dazu zählen vor allem erstmals eine Herzkatheter-Station für das Südburgenland, die neueste Ausstattung in der Radiologie oder in der Dialyse sowie sieben OP-Säle. Angesichts der Corona-Welle betonte man auch, dass es auch mehr Isolierbetten geben wird — dies ist allerdings schon vor der Krise in die Planung eingeflossen.

 „Beim neuen Schwerpunktspital Oberwart werde eine Gesamtinvestitionssumme von maximal 235 Millionen Euro nicht überschritten werden.“ Landeshauptmann Hans Peter Doskozil

 Auch die viel diskutierte Kostenfrage, die seit Beginn der Planung für viel Wirbel sorgte, wurde von Doskozil festgelegt. „Beim neuen Schwerpunktspital Oberwart wird eine Gesamtinvestitionssumme von maximal 235 Millionen Euro nicht überschritten werden“, so der Landeshauptmann.

Rucker: „Zeitplan bleibt aufrecht“

Die Bauarbeiten sollen bis zum vierten Quartal 2023 abgeschlossen sein, nach dem Umzug ist die Inbetriebnahme des neuen Spitals für das dritte Quartal 2024 vorgesehen. KRAGES-Geschäftsführer Hans Peter Rucker dazu: „Es hat sich erneut gezeigt: Unser Team in Oberwart ist bestens aufgestellt und hat bereits seit der Planungs- und Ausschreibungsphase dieses für das Burgenland so wichtige Großprojekt professionell im Griff. Trotz Corona bleibt unser Zeitplan selbstverständlich aufrecht.“ Oberwarts Bürgermeister Georg Rosner (ÖVP) spricht von gut investiertem Geld und einem Meilenstein. „Wir als Stadtgemeinde haben unsere Hausaufgaben gemacht und rund 300.000 Euro in die Infrastruktur investiert“, so Rosner, der das gute Miteinander beim Projekt betont.

Was mit dem zukünftig „alten Spital“ passiert, steht derzeit noch nicht fest. Das von den NEOS ins Spiel gebrachte Denkmalamt hat seine Überprüfung noch nicht abgeschlossen. Landeshauptmann Doskozil hingegen kündigt ein Projekt der TU Wien an, das den „nicht mehr passenden“ Altbestand, genauer unter die Lupe nehmen wird.