Wolfau/Grafenschachen: Raiffeisen-Filialen bleiben zu. Trotz der Schließung der Filialen in Wolfau und Grafenschachen bleibt die Raiffeisenbezirksbank mit 11 Filialen klare Nummer eins im Bezirk. Jobs bleiben alle erhalten.

Von Carina Fenz. Erstellt am 30. Mai 2020 (05:14)
Symbolbild
APA, Roland Schlager

Nachdem im Dezember des Vorjahres die Raiffeisenbank Bezirksbank Mitte die Filiale in Unterkohlstätten geschlossen hat, hat sich jetzt auch die Raiffeisenbank Bezirksbank Oberwart dazu entschlossen, die Bankstellen in Wolfau und Grafenschachen mit 1. Juni nicht mehr zu eröffnen. Geschlossen sind die Filialen nämlich schon seit 6. April.

Raiffeisen-Direktor Karl Kornhofer:„Haben uns die Entscheidung nicht leichtgemacht.“
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„Nachdem wir aufgrund der Coronakrise unsere Mitarbeiter an allen Standorten in zwei Teams geteilt haben, wären die Standorte Wolfau und Grafenschachen aufgrund der geringen Mitarbeiterzahl nicht dauerhaft besetzt gewesen“, erklärt Raiffeisen-Direktor Karl Kornhofer. Die Entscheidung über die Schließung der Filialen sei aber bereits vorher gefallen. Für die Kunden bedeutet das, dass sie künftig auf die nächstgelegene Bankstelle — Markt Allhau und Pinkafeld — ausweichen müssen, dort werden sie auch ihren bisherigen Betreuer vorfinden, zusätzlich wird es einen wöchentlichen kostenlosen Shuttledienst geben, wie Direktor Karl Kornhofer verspricht: „Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht, aber aufgrund des steigenden Kostendrucks, der sich durch die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank deutlich erhöht hat und der stärker werdende Kundenwunsch nach professioneller Beratung durch Spezialisten, war es uns leider nicht möglich, diese Bankstellen wirtschaftlich zu betreiben.“

Raiffeisen-Direktor Karl Nika: „Kleinstbanken können nicht alle Services, die notwendig sind, erbringen.“
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Aufgrund der Vorgaben sei es derzeit nämlich so, dass für den Verkauf bestimmter Finanzprodukte spezielle Schulungen absolviert werden müssen. „Dieses Service können Kleinstbankstellen einfach nicht erbringen, dazu braucht es Spezialisten“, unterstreicht Direktor Karl Nika. Außerdem könne die Sicherheit der Mitarbeiter und Kunden in größeren Bankstellen besser gewährleistet werden. Zusätzlich kommen auch Bevölkerungsentwicklung und geändertes Kundenverhalten zum Tragen. In diesen Tagen werden alle Haushalte über die Änderungen informiert, den Kunden wird der Wechsel in eine neue Bankstelle so einfach wie möglich gemacht: „Die Kontonummern bleiben natürlich gleich, ebenso wie die zugeordneten Berater. Es ändert sich nur die Bankstelle, die über ein größeres Team an Mitarbeitern und einen besser ausgestatteten Selbstbedienungs-Bereich verfügt“, sagt Kornhofer. Auch für seine Mitarbeiter bleibt bis auf den Dienstort alles beim Alten, alle Arbeitsplätze bleiben erhalten.

Im Jahr 2017 wurden die sechs Raiffeisen-Kleinbanken in Wiesfleck, Mariasdorf, Riedlingsdorf, Loipersdorf, Kemeten und Mischendorf geschlossen. Mit rund 39.500 Kunden und elf Bankfilialen in Oberwart, Stadtschlaining, Unterwart, Pinkafeld, Großpetersdorf, Bad Tatzmannsdorf, Kohfidisch, Markt Allhau, Bernstein, Oberschützen und Rechnitz bleibt die Raiffeisenbezirksbank aber klare Nummer eins im Bezirk.