Es bleibt alles anders im „Abenteuer Kaffeehaus“ in Pinkafeld

Mit geballter Power und vielen Ideen starten drei Jungunternehmer ins „Abenteuer Kaffeehaus“.

Erstellt am 23. Oktober 2021 | 05:58
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Sarah Wagner, Wolfgang Träger und Veronika Träger stehen für die neue Generation im Café und der Konditorei Träger.
Foto: Dorothea Müllner-Frühwirth

Es duftet nach Kaffee und in der Vitrine glänzen die Torten mit den Keksen um die Wette. Das Café Träger lässt das Herz jeder Naschkatze höher schlagen - und das bereits seit 240 Jahren. Der Familienbetrieb ist ein Herzensprojekt vieler Generationen.

Ab Jänner 2022 werden Veronika Träger, Wolfgang Träger und Sarah Wagner das Kaffeehaus leiten, mit Bedacht auf die Tradition und dem Blick für zeitgemäße Adaptierungen. Dabei war es lange nicht sicher, dass der Betrieb in „Familienhand“ bleibt.

Veronika Träger ist Kunsthistorikerin und hat in einer Galerie und im MAK in Wien gearbeitet. 2014 half sie ihren Eltern, eine neue Website zu erstellen und entdeckte dabei die Vielseitigkeit des Betriebs und die „Magie“ der kunstvoll gestalteten Torten: „Ich habe ab diesem Moment die Konditorei mit anderen Augen gesehen, wie wandelbar und vielfältig sie ist“, erzählt die Neo-Unternehmerin.

Zusammen mit ihrem Bruder Wolfgang und seiner Freundin Sarah Wagner wird Veronika das Potenzial des Betriebes weiterentwickeln. Wolfgang Träger ist Bauingenieur in Wien, hat aber den Blick für den Betrieb und die Liebe zum Landleben nie aus den Augen verloren: „Gemeinsam ist es immer leichter. Ich werde mich um die technischen Dinge kümmern, das habe ich bisher auch schon oft und gerne getan“, freut er sich schon auf eine spannende Zeit.

Seine Freundin Sarah, die als Kindergartenleiterin in Wien arbeitet, hat in der Backstube schon einige Rezepte ausprobiert: „Die Idee, das Kaffeehaus zu übernehmen hat gefallen. Ich mag die Geselligkeit und mich fasziniert die Möglichkeit, neue, feine Kreationen zu entwickeln.“

Ein junges Team entstaubt alte Rezepte

„Wir haben durch die Verbundenheit mit dem Betrieb gesehen, wie viele Qualifikationen nötig sind, um ein Unternehmen zu führen. Diese gehen weit über das Handwerk hinaus und bedeuten Verantwortung. Dass wir uns diese teilen, erleichtert die Übernahme“, weiß Veronika Träger. Auch zukünftig soll das Handwerk hochgehalten werden.

„Jedes Stück ist anders, das ist das Wertvolle. Viele Rezepte sind seit Jahrhunderten erprobt, manche wandeln wir um, dass sie ins 21. Jahrhundert passen“, so das Dreiergespann, das sich als „Glied in einer langen Kette“ sieht. Stolz sind sie auch auf ihr Team und die treuen Stammkunden. „Sie haben uns durch die Krise getragen“, ist Veronika dankbar. Die 240-Jahr-Feier des Betriebes, die verschoben werden musste, wird 2022 nachgeholt.

„Gemeinsam mit dem Museumsverein arbeiten wir an einem Buch, das zeigt, wie eng die Geschichte der Trägers mit der Geschichte Pinkafelds verbunden ist. Das ist ein ganz spannendes Projekt“, freuen sich die drei Jungunternehmer schon auf die Feierlichkeiten im nächsten Jahr.