Anrainer protestieren gegen Zustellbasis. Anrainer fordern Verlegung der Post-Zustellbasis. Auch Klage wegen Lärmbelästigung eingebracht.

Von Carina Fenz. Erstellt am 13. August 2020 (06:06)
Die Zustellbasis der Post in der Grazerstraße sorgt für Ärger bei den Anrainern. Der Wirbel ist zu groß, eine Zustellbasis im Wohngebiet sei eine Zumutung.
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Die Postzustellbasis in der Grazerstraße sorgt für Wirbel, vor allem in der Nacht: Dieser Meinung sind Anrainer, die jetzt mobil dagegen machen. Konkret geht es den Anrainern darum, dass die Zusteller, die Mitten in der Nacht die Post verladen, die Ruhezeiten nicht immer einhalten. „Nach dem neuerlichen Ausbau vor knapp zwei Jahren sei das Problem noch massiver geworden“, erklärt Jürgen Herrklotz, einer der Betroffenen, der sogar gegen die Post und den Grundstückseigentümer eine Zivilklage wegen Ruhestörung und Lärmbelästigung eingebracht hat. Die nächste Verhandlung dazu soll Anfang September stattfinden.

Im Zuge der Vergrößerung der Zustellbasis im Jahr 2018 ist man auch durch eine Eingabe der Anrainer an die Stadtgemeinde draufgekommen, dass die Widmung eigentlich nur ein geringfügiges Bauvorhaben zugelassen hätte. „Der Zubau und die Autoabstellplätze sind also illegal errichtet worden“, erzürnen sich die Anrainer. „Hier wurde eine Wiese abgetragen, Kanalschächte versetzt, um einen geschotterten Parkplatz zu machen. Das sind wir von einem geringfügigen Bauvorhaben weit entfernt“, erklärt Anwalt Claus Peter Steflitsch.

Ein Baubewilligungsverfahren seitens der Stadtgemeinde laufe derzeit. „Die Verhandlung findet in den nächsten Tagen statt“, heißt es dazu von Amtsleiter Roland Poiger.

„Die Stadtgemeinde hat nach Baugesetz das Ansuchen des Grundstückseigentümers abzuwickeln. Das Ergebnis wird dann per Bescheid zugestellt“, will Poiger der Verhandlung nicht vorgreifen.

Seitens der Bezirkshauptmannschaft sieht man eine Zuständigkeit als Baubehörde in dieser Causa nicht. Bezirkshauptmann-Stellvertreter Johann Grandits erklärt dazu: „Ich gehe davon aus, dass die Bezirkshauptmannschaft keine Zuständigkeit in dieser Causa hat, weil die Anlage keine betriebsanlagenrechtliche Genehmigung nach der Gewerbeordnung braucht. Die Post ist nämlich davon ausgenommen.“

Rund 100 Unterschriften wurden gesammelt

Die Anrainer jedenfalls wollen das die Zustellbasis verlegt wird. „Eine Zustellbasis in dieser Größe mitten im Wohngebiet zu betreiben sei nicht tragbar“, ist Herklotz überzeugt. Knapp 100 Unterschriften hat er bereits gesammelt, um die Post zur Verlegung der Zustellbasis zu bewegen. Die Aussichten darauf scheinen gering. Seitens der Post meint man zur Causa: „Wir gestehen ein, dass der Standort nicht der idealste für eine Zustellbasis ist. Darum haben wir vor Ort bereits deponiert, dass die Zusteller aufgrund der besonderen Situation mitten im Wohngebiet, sich beim Anliefern leise verhalten sollen. Grundsätzlich sind wir schon bemüht, Standorte zu finden, die Abseits von Wohngebieten sind. Die Causa Oberwart ist etwas komplexer und da noch Gerichtsverhandlungen anstehen, können wir aktuell nicht mehr dazu sagen“, heißt es von Postpressesprecher Michael Homola auf Nachfrage der BVZ.