Eveline Rabold: „Corona-Atem muss ein langer sein“. Eveline Rabold ist Agenturchefin. Und Künstlerin. Und Sängerin. Sie macht aus allem Etwas, selbst aus der Krise - und vorrangig Schönes.

Von Vanessa Bruckner. Erstellt am 02. August 2020 (05:36)

Krisenmanagement 2020 verlangt vieles, vor allem aber nach Kreativität, denn: Das Coronavirus ist und bleibt eine riesen Herausforderung für uns alle. Als besonders kreativ müssen sich in Zeiten wie diesen viele Unternehmer beweisen. In diesem Punkt ist Eveline Rabold mit ihrer Werbeagentur Rabold und Co. definitiv klar im Vorteil.

Seit 25 Jahren ist die Südburgenländerin mit ihrem Unternehmen selbstständig. Werbung mal anders, auffallen, Design, Strategie und Marke – kann sie. Sieben Mitarbeiter beschäftigt Rabold in ihren Büros in Oberwart und Graz mittlerweile, angefangen hat sie damals im Alleingang. Für sich steht Rabold trotzdem und auch immer wieder - als Sängerin auf den Bühnen zwischen dem Offenen Haus Oberwart bis rüber nach Salzburg. Und auch als Fotokünstlerin zieht sie die Blicke auf ihre Kunstwerke und Meinungen darüber auf oder auch mal vom Tisch.

 „Die Leute wären gerade jetzt bereit für Veränderungen. Es sollte nicht immer erst wehtun müssen, um etwas im Leben ändern zu wollen.“

 Fokus im Heute, Blick auf Morgen

Durch die Corona-Krise hat die Eveline Rabold ihr Team und ihr Unternehmen bis dato gut und sicher gesteuert. „Gerade jetzt können die Leute nicht aufhören zu kommunizieren, vor allem nicht miteinander“, so die Unternehmerin, die Dinge und Aufgaben stets aktiv angeht.

„Meine Mitarbeiter waren nur ein Monat in Kurzarbeit, aber selbst das macht schon viel mit einem. Wir haben die Zeit dafür genutzt, um uns neu zu promoten. Neues Logo, neues Design, neue Webseite. Das war enorm wichtig, dass wir uns während des Lockdowns neue Aufgaben suchten und den Fokus dabei immer Richtung Zukunft gelegt haben. Das Leben will schließlich vorwärts gelebt werden“, bringt Eveline Rabold es für sich auf den Punkt und findet außerdem klare Worte für die Krisenpolitik: „Für Corona braucht´s einen langen Atem in allen Bereichen. Kunst, Kultur, Wirtschaft, Tourismus oder Gastronomie - viele kämpfen. Die Politik kann nicht davon ausgehen, dass ein Betrieb mit zehn Mitarbeitern Rücklagen von 300.000 Euro auf der Bank für Krisenzeiten hat. Und gleichzeitig fehlt das Umdenken in den allerwichtigsten Bereichen nach wie vor. Die Klimakrise ist die größte Herausforderung unserer Gesellschaft, aber wenn ich nach wie vor um 50 Euro in die Türkei fliegen kann und ein halbes Kilo Schweinefleisch um zwei Euro im Supermarkt bekomme, dann kann ich damit keine Wirtschaft retten, weil sie nämlich so unsere Existenz, also unseren Planeten zerstört.“

„Das lasse ich nicht gelten“

Rabold selbst lebt mit ihrem Mann Peter Wagner in einem Haus in Litzelsdorf. Nachhaltigkeit ist dem Künstlerpaar wichtig, aber „man muss sie halt auch wirklich leben, nicht nur davon reden. Am Bauernmarkt in Oberwart einkaufen und selber kochen ist im Vergleich und auf lange Sicht einfach günstiger als eine Tiefkühlpizza. Dass man sich einen nachhaltigen Lebensstil nicht leisten kann, lasse ich einfach nicht gelten“, sagt sie, die die Krise vor allem in der Kunst und im gelebten Miteinander auch als Chance sieht. „Die Leute wären gerade jetzt bereit für Veränderungen. Es sollte nicht immer erst wehtun müssen, um etwas im Leben ändern zu wollen.“