Smart City Projekt: Speichercluster als Pilotprojekt

Erstellt am 27. Januar 2022 | 05:13
Lesezeit: 3 Min
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Andy Schneemann und die Firma „energie.kompass“ begleiten das Projekt „Urbane Speichercluster“.
Foto: BVZ
Mehrere Haushalte in Oberwart werden zu sogenannten Speicherclustern zusammengefasst, um die vorhandenen Kapazitäten zu bündeln.

Gemeinsam mit elf Projektpartnern wurde man als Stadt Oberwart unter dem Titel „Loadshift Oberwart“ zur Smart City. Das ist mittlerweile über acht Jahre her. Jetzt wagt man mit dem Projekt „Urbane Speichercluster“, welches von Andy Schneemann und der Firma „energie.kompass“ begleitet und umgesetzt wird, sowie mit Förderungen aus dem Klima- und Energiefond im Rahmen der Smart-Cities-Initiative gefördert wird.

Auf der Suche nach Projektpartnern

Das von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft unterstützte Projekt „Urbane Speichercluster“, beschäftigt sich vorrangig mit der gemeinschaftlichen Nutzung von Energiespeichern. Dabei werden mehrere Haushalte zu sogenannten Speicherclustern zusammengefasst und die jeweils vorhandenen Kapazitäten gebündelt und dem Stromnetz als Flexibilität zur Verfügung gestellt.

Aktuell ist man noch auf der Suche nach Projektpartnern in der Stadt Oberwart, die sich dem Speichercluster anschließen wollen. Einen hat man mit Stadtchef Georg Rosner bereits gefunden. „Ich bin ein Fan von erneuerbarer Energie und daher will ich solche innovative Projekte nicht nur als Bürgermeister, sondern auch als Privatperson unterstützen.“

Grundvoraussetzung dafür ist eine Photovoltaikanlage. „Noch besser wären Haushalte, die auch eine Wärmepumpe und möglicherweise auch ein E-Auto haben. Umso mehr Komponenten es gibt, umso mehr können wir die Flexibilität forcieren“, erklärt Andy Schneemann. Pro teilnehmendem Haushalt wird mit rund 10.000 Euro an Investitionskosten gerechnet, „wobei eine attraktive Förderung von bis zu 40 Prozent in Aussicht gestellt wird“, so Schneemann.

Jenen Nutzer wird ein von der Firma „energie.kompass“ entwickeltes Softwaresystem installiert, das zur Bewirtschaftung des Speicherclusters nötig ist. „Es ist wichtig, nicht nur die technischen Fragen zu klären, sondern auch sicherzustellen, dass die Systeme auch auf die Bedürfnisse der Konsumenten und Konsumentinnen ausgerichtet sind und kostengünstig betrieben werden können. Daher wird im Rahmen des Projektes auch ein Geschäftsmodell – das Energiekonto – entwickelt, über das die teilnehmenden Haushalte für die bereitgestellten Flexibilitäten vergütet werden und der eigene Stromverbrauch übersichtlich betrachtet werden kann“, weiß Schneemann.

Die produzierte Energie wird gespeichert und soll dann entweder selbst genützt oder ins Gesamtsystem eingespeist werden. „Damit schaffen wir es, regional erzeugte Energie, auch in der Region zu nützen und so wenig, wie möglich in übergeordnete Netze abzugeben“, erklärt Schneemann, der das Pilotprojekt gestartet hat, um in weiterer Folge eine marktfähige Lösung anbieten zu können.

Starten will man mit dem Speichercluster bereits im März, Mitte 2022 will man erste Ergebnisse haben. Bis Jahresende soll die Testphase abgeschlossen sein, um in die Optimierung zu gehen und dann auf den Markt.