Oberwart

Erstellt am 01. Februar 2019, 03:06

von Vanessa Bruckner

Starke Omas als Zeitgeist. Seit einem Jahr gibt es „Omas gegen Rechts“ auch im Südburgenland. Ein Pressertermin mit Frauen, die wissen, was auf dem Spiel steht, wenn man sich duckt.

Omas gegen Rechts. Rund 60 Damen, aber auch ein paar Herren, also „Opas“, gehören im Südburgenland der Initiative an.  |  VB

Sie waren Auslandskorrespondentinnen für den ORF, Psychologinnen, unterrichteten in Schulen und ja, Familie und Haushalt haben sie auch noch „geschupft“. Heute trifft man Frauen wie Susanne Scholl, Monika Salzer, oder Gabriele Huterer auf Demos - und zwar meist ganz vorne.

Den „Omas gegen Rechts“-Button am schicken Schal und auch über ein Jahr nach ihrer Gründung, sind die Aktivistinnen keineswegs im Ruhestand, wenn es darum geht, sich in den politischen Diskurs einzumischen. Die selbst ernannten „Omas gegen Rechts“, das sind vorwiegend Frauen, die schon 1968 auf die Straße gegangen sind. „Wir haben die Erfahrung mit im Gepäck und werden nicht müde oder gar zu alt dafür, um unseren Unmut über die politischen Entwicklungen in Österreich kundzutun“, erklärt eine der Gründerinnen, Monika Salzer beim Pressegespräch in der Frauenberatungsstelle.

„Wovor sollen wir Omas uns denn fürchten?“

Omas gegen Rechts verstehen sich als eine zivilgesellschaftliche überparteiliche Initiative, die sich in den politischen Diskurs einmischt. Die Frauen, die größtenteils der Nachkriegsgeneration angehören, sagen klar: „So gefährlich, wie die politische Situation in Österreich derzeit ist, war sie seit dem Krieg nicht mehr. Die Blauen sagen laut, was die Türkisen denken und rechts bedeutet hierzulande rechtsextrem“, ist sich die ehemalige ORF Korrespondentin Susanne Scholl sicher.

Auch im Südburgenland sind die Omas gegen Rechts aktiv. 60 Frauen haben sich hier der Bewegung angeschlossen. Monatliche Aktionen stehen ebenso am Programm wie reger Austausch und regelmäßige Treffen. „Unsere Kinder und Enkel haben zum Teil vor lauter Arbeit nicht einmal Zeit, der aktuellen Politik entgegenzuwirken. Wir Omas haben sie! Und wovor sollen wir uns fürchten? Dass sie uns die Pension wegnehmen? Das sollen sich die dort oben erst einmal trauen.“