Tina ist im Garten. Die Natur schläft längst nicht mehr und die Hobbygärtner stehen bereits in den Startlöchern, pardon – an den Beeten. Allen voran Grünmeisterin Tina Schabhüttl.

Von Vanessa Bruckner. Erstellt am 27. März 2021 (06:17)
Tina Schabhüttl
Supergrün. Sie kennt jede Pflanze beim Namen und umgekehrt kennt jeder Gartenliebhaber die Tina Schabhüttl. Die Oberwarterin gibt ihr Wissen gerne weiter.
Vanessa Bruckner

Auch wenn der Frühling gefühlt noch auf sich warten lässt, ist er im Grunde schon längst angekommen. Wobei man sowohl das „gefühlt“ angesichts des Schneetreibens am vergangenen Wochenende als auch „im Grunde“ wörtlich verstehen kann, weil: Mutter Natur ist unter der Erde schon „gschaftig“ bei der Arbeit. Das weiß wiederum auch die Tina ganz gewiss, gibt es doch im ganzen Bezirk kaum jemanden der so viel von Pflanzen, Sträuchern und Blumen versteht, wie sie.

Die Oberwarterin ist Gründerin des alljährlich stattfindenden Pflanzenmarkts am 1. Mai bei der Riedlingsdorfer Sonnenerde sowie gemeinsam mit Schlossherrin Sarah Keil die treibende Kraft hinter den Gartentagen und dem Kramuri auf Schloss Kohfidisch. Was die Tina aber vor allem ausmacht? Ihr grüner Daumen mit Herzerl drauf!

„Aktuell gibt´s noch nicht viel zu tun im Garten. Es ist ja noch einmal richtig kalt geworden die letzten Wochen. Aber die ersten Frühlingsboten wie Schneeglöckchen, Primeln oder Winterlinge sind längst da und natürlich juckt es den Gartenliebhaber schon in den Fingern und man liebäugelt bereits mit Spaten und Blumensamen“, lacht Tina Schabhüttl, die sich auch an das Spektakel im vergangenen Jahr erinnert: „Beim ersten Lockdown dachte ich wie viele andere, dass das nicht lange dauern wird. Hätte ich meinen Garten damals nicht gehabt, wär ich vermutlich durchgedreht daheim. So aber habe ich das Frühlingserwachen 2020 so intensiv wie nie zuvor miterleben dürfen. Die Natur, die gab mir nicht nur die Zuversicht, dass das Leben trotz Corona weitergeht, sondern auch die dafür notwendige Geduld und Energie.“

Schon als kleines Mädchen verbringt Tina Schabhüttl jede freie Minute im Garten. „Als Kind war ich viel mit meiner Oma am Feld und half ihr beim Jäten. Das meiste weiß ich von ihr und ich tu mir heute leicht, selbst die allerkleinsten Pflänzchen zu erkennen.“

Im Garten der Verkäuferin wachsen viele unterschiedliche Pflanzen: Stauden, Sträucher und Bäume dienen dabei als Nahrungsquelle für Insekten und Vögel. Künstlicher Dünger oder gar Gift kommt der Tina definitiv nicht in den Garten. „Viele Pflanzen ziehe ich heute selbst, weil man sie nur schwer zu kaufen bekommt und ich liebe es selbst gemachte Blumensträuße zu verschenken“, so die 55-Jährige.

Gartentage, Kramuri und Pflanzenmarkt

Ohne ihre Tagesdosis Garten geht eine Schabhüttl nicht ins Bett und gegärtnert wird im Rhythmus mit der Natur, weil „ich brauch keine verweichlichten Glashausblumen aus Holland“, lacht die Tina. Corona habe vielen Menschen gezeigt wie wertvoll ein eigener Garten doch ist. „Wenn man sich sein eigenes Gemüse selbst anbauen kann, dann ist das schon sehr viel.“ Alte Weisheiten wie „sast mi im Aprü, kimm i wann i wü. Sast mi im Mai, kimm i glei“ lernt man von der Tina ebenso wie die Regenwolken lesen. „Das ist nur ein Übergangerl, wie die Oma immer gesagt hat, da fallen nur ein paar Tropfen.“

Ob ihre Veranstaltungsreihe 2021 wieder ins Wasser beziehungsweise Corona zum Opfer fällt? „Ich hoffe nicht. Die Planungen laufen bereits auf Hochtouren, aber wir harren natürlich auch der Dinge. Der Pflanzenmarkt, die Gartentage oder das Kramuri sind mehr als nur Veranstaltungen. Mein Herzblut steckt da drinnen. Ich liebe die Gespräche mit den Ausstellern und Besuchern und es ist jedes Mal schön zu sehen und zu erleben, wie viel am Ende daraus wächst.“