Schachendorf stellt sich vor.

Erstellt am 09. Oktober 2019 (16:39)
Gemeinde
Der dreisprachige Kindergarten in Schachendorf, als auch die zweisprachige Volksschule in Dürnbach zählen zu den schönsten Anlagen des Dorfes. Das Gemeindeamt, mit Sitz der Gemeindeverwaltung, befindet sich im Ortsteil Schachendorf. Der Bürgermeister samt Gemeinderat ist bemüht anfallende Projekte und Notwendigkeiten zum Wohle der Bevölkerung umzusetzen. Nachdem alle Genehmigungen seitens der Landesregierung erfolgt sind, wird der alterserweiterte Kindergarten am 4.11.2019 seinen Betrieb aufnehmen um Müttern nach der Babypause den Einstieg in das Berufsleben zu erleichtern.

BVZ: Warum Schachendorf und nicht Wien/Graz?

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Lukas Marlovits,23 Jahre,Student der Medizin in Wien,Mitglied bei vielen Vereinen in seinem Heimatort

Lukas Marlovits: Ich hatte das Glück, in Dürnbach, einer Ortschaft am Land, aufzuwachsen. Seit ich denken kann, bin ich mit meiner Familie quer über den Globus gereist, um die verschiedensten Städte und Metropolen zu erkunden. Dadurch konnte ich mein Leben lang den Vergleich zwischen Dürnbach und Großstädten ziehen. Meiner Ansicht nach war es in keiner dieser Städte so schön wie am Land in Dürnbach. In meiner Ortschaft/Gemeinde kennt quasi jeder jeden. Es spielt keine große Rolle wo man hingeht, man wird immer Leute treffen, die man kennt und mit denen man sich unterhalten kann.

BVZ: Was wünscht du dir für die Gemeinde? Was soll sich ändern?

Marlovits: Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden mit meiner Gemeinde. Eventuell könnte man etwas mehr aufs Ortsbild achten: Blumen beziehungsweise Bäume pflanzen und pflegen, damit das Ortsbild schöner wird. Dadurch würden sich Bewohner aber auch Besucher und Durchreisende wohler fühlen. Der Ort würde positiver im Gedächtnis bleiben.

BVZ: Gehört dem Leben auf dem Land die Zukunft?

Marlovits: Ich finde, es ist schwer dieses Thema zu generalisieren. Ich kann aus meiner Sicht sagen, dass für mich die Zukunft dem Landleben gehört. Stadtmenschen allerdings, die schon immer in der Stadt leben, wollen dieses Leben wahrscheinlich nicht aufgeben um aufs Land zu ziehen. Die Zukunft wird beiden gehören.

BVZ: Jeder kennt jeden auf dem Land. Vorteil oder Nachteil?

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Marlen Varga47 Jahre,Volksschuldirektorin der Volksschule Dürnbach,Kandidatin zum Burgenländischen Landtag

Marlen Varga: Definitiv ein Vorteil! Denn wenn du nicht willst, musst du nicht alleine sein. Du brauchst Hilfe und weißt, wen du fragen kannst. Du gehst ins Cafe und triffst Menschen, die du kennst, mit denen du dich unterhalten kannst. Du hast ein Problem, dann gibt es sicher jemanden, der irgendwo arbeitet oder irgendwen kennt, der dir weiterhelfen kann. Man neigt, vor allem als Außenstehender, die Dorfcommunity abschätzend zu bewerten. Ich erlebe es nicht so.

BVZ: Was soll sich in den nächsten Jahren verändern?

Varga: Ich denke, dass unsere Bürgermeister stets mit offenen Augen und Ohren und gesundem Hausverstand unsere Gemeinde geführt haben bzw. es tun. Dadurch kommt es ohnehin laufend zu Neuerungen und Veränderungen zum Wohle der Gemeindebürger und –bürgerinnen.

BVZ: Warum Schachendorf und nicht Wien/Graz?

Varga: Das Leben am Land und vor allem in der Gemeinde Schachendorf-Dürnbach ist für mich, und für viele meiner Bekannten und Freunde, Lebensqualität pur. Du gehst aus dem Haus und stehst mitten in der Natur, in all ihrer Vielfalt und Schönheit. Das Angebot, sich körperlich oder geistig zu betätigen, in Form von kulturellen, sportlichen, weiterbildenden oder religiösen Veranstaltungen hat sich in den letzten Jahren gut entwickelt.

BVZ: Was hat sich in den letzten Jahren gravierend verändert?

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Adalbert „Belo“ Resetar,69 Jahre,Pensionist, gelernter Werkzeugmacher und Formenbauer, eh.Landwirt,Ex-Bürgermeister a.D (28 Jahre im Amt)

Adalbert Resetar: Die Menschen haben sich verändert! Alle sind ungeduldig geworden und egoistisch. Früher waren die Leute viel entgegenkommender und ruhiger. Heute will jeder alles sofort und ist egoistisch und neidisch. Aber auf der anderen Seite sind die Menschen weltoffener. Es ist schön, dass wir mehr Kontakt zu den Nachbarländern haben vor allem hier bei uns an der ungarischen Grenze (Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989).

BVZ: Was haben Sie als Person in der Gemeinde verändert?

Resetar: Was mir als ehemaligen Bürgermeister von Schachendorf, Dürnbach und Dürnbach-Neuhof immer am Herzen lag, waren die jungen Menschen in der Gemeinde. Das Vereinsleben ist das Um und Auf, es verbindet die Jugend! Je mehr Vereine, umso mehr aktives Dorfleben. Hier werden Wurzeln geschlagen und die Leute bleiben auch im Ort.

BVZ: Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Resetar: Ich wünsche mir die alten Zeiten zurück, wo die Menschen viel mehr Kontakt zueinander gepflegt haben. Ein friedliches Leben in dem unsere Jugend sich entfalten kann. Mein Wunsch ist, dass die jetzige Generation- die das Sagen hat- eine Welt überlässt, in der auch noch viele weitere Generationen einen schönen Platz zum Leben haben (puncto Klimawandel). Schön wäre es auch, wenn christliche Werte wieder in den Vordergrund rücken.

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