Oscar Szemes: Den Wein im Blut

Wenn der Pinkafelder Winzer Oscar Szemes von seiner großen Leidenschaft erzählt, liegt ein Hauch von Poesie in der Luft.

Erstellt am 18. Oktober 2021 | 14:52
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Oscar Szemes in seinem neuen Weinlager. Er ist immer im Streben nach etwas Besonderem: „Man hat nur einmal im Jahr die Chance, einen guten Wein zu machen. Wir wollen den perfekten Wein schaffen mit dem Wissen, dass es den perfekten Wein nie geben wird.“
Foto: Dorothea Müllner-Frühwirth

„Mich fasziniert in erster Linie der Blaufränkische, seine Facetten, das Geheimnis dahinter“, erzählt Oscar Szemes, während er das Glas mit dem frisch gekelterten Wein gegen das Licht hält. Die Leidenschaft zu dem edlen Rebensaft liegt wohl in den Genen. Bereits in der dritten Generation hat Oscar Szemes es sich zur Aufgabe gemacht, den perfekten Wein zur kreieren.

Platz für 216.000 Liter Wein pro Jahr

In der Fahrzeughalle des ehemaligen Feuerwehrhauses liegen die „Arachon“- und „A´kira“-Fässer fein säuberlich aufgereiht. Die bodentiefen Glasfenster ermöglichen den Spaziergängern einen Einblick in das „Reich des Weines“, besonders abends, wenn die Fassade beleuchtet ist, strahlt das Gebäude ein besonderes Ambiente aus.

Oscar Szemes hat den glücklichen Zufall nutzen können und hat aus dem vormals zweckmäßigen Raum ein modernes Weinlager geschaffen. Dabei gab es einiges zu beachten: „Wir haben eine Kühlungs- und Lüftungsanlage installiert, die Glasfassade errichtet und eine neue Bodenplatte verlegt, die mit dem Stapler befahrbar und wasserfest ist“, schildert Oscar Szemes die umfangreichen Arbeiten, während er eine Probe aus einem der Fässer entnimmt.

Nicht die Mächtigkeit, sondern die Leichtigkeit im Wein ist entscheidend.“ Oscar Szemes

Der „Arachon“, der in dem neuen Lager seinen Platz gefunden hat, ist ein besonderer Wein: er ist das Produkt der Vereinigung von drei Winzern, ist mit 19 von 20 Punkten von Weinkritiker René Gabriel ausgezeichnet worden und gehört somit zur österreichischen „Rotweinelite“. Vis-á-vis vom neuen Lager liegt das Haus von Oscar Szemes, wo der Wein auch verkauft wird und gleich „ums Eck“ befindet sich das „Kosthaus“, das Lokal seiner Schwester Anna. Und noch eine gute Nachricht: Die heurige Weinlese lässt auf einen feinen Jahrgang hoffen.