Massengrab-Aushebungen: Fortsetzungs-Gespräche laufen. Die Grabungen sollen fortgesetzt werden. Aktuell berät eine Expertenrunde auf Bundesebene, wie es weitergeht.

Von Daniel Fenz. Erstellt am 07. Juni 2021 (06:19)
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Das Denkmalamt hat die Grabungen eingestellt. Über eine Fortsetzung wird beraten.
Refugius, Refugius

Nachdem die Grabungen seitens des Bundesdenkmalamtes der in Rechnitz 1945 ermordeten jüdischen Zwangsarbeiter eingestellt wurden, wird beraten, in welcher Form es weitergehen könnte. „Aktuell ist noch keine Entscheidung gefallen, wer nach dem Rückzug des Bundesdenkmalamtes als Auftraggeber fungiert“, erklärt Walter Reiss vom Verein „RE.F.U.G.I.U.S“.

Dieser setzt sich für das Gedenken an alle Opfer des Südostwallbaus und des sogenannten „Kreuzstadlmassakers“ ein.

Reiss meint weiter: „Das Bestreben und der dringende Wunsch, die Grabungen fortzusetzen besteht von unserer Seite weiterhin. Ob diese Bitte erhört wird, ist die andere Frage.“ Während in früheren Jahrzehnten meist im Auftrag des Innenministeriums unter anderen mit Bohrungen, Grabungen, Bodenradar und -magnetik nach den Mordopfern gesucht wurde, führte seit 2017 das Bundesdenkmalamt großflächige archäologische Grabungen durch. „Wir stehen in ständigem Kontakt mit den zuständigen Stellen und bekommen Bescheid, sobald es eine Entscheidung bezüglich der Fortsetzung gibt“, so Reiss. Und auch der Vorsitzende des Vereins „RE.F.U.G.I.U.S“, Paul Gulda betont: „Ich glaube, dass in den Köpfen und in den Herzen der Menschen, die hier schon ihre Energie investiert haben, und in den Seelen der Bevölkerung, hier die Sehnsucht nach einer Heilung dieser Wunde sehr groß geworden ist. Und ich glaube nicht, dass man diese Sehnsucht einfach ungestillt lassen kann. Man kann das nicht unverrichteter Dinge einfach liegen lassen.“