Historiker Gossi: „Puzzlestücke werden zu Ensemble“. Der promovierte Historiker liebt es, aus Bibliotheken und Archiven das Wissen in ein Buch zu bringen.

Von Daniel Fenz. Erstellt am 27. September 2020 (04:26)

Die Geschichte hat den heute 67-jährigen ehemaligen Lehrer an der HBLA Oberwart, seit seiner Jugend interessiert. Naheliegend, dass der ausgebildete Historiker an der Berufsbildenden Höheren Schule Französisch und Geschichte unterrichtete. Dort war er 42 Jahre tätig, ehe der Südburgenländer vor drei Jahren (2017) die wohlverdiente Pension antrat.

„Stets versucht, das Beste herauszuholen“

Zurück zum Ursprung seiner erfolgreichen Geschichte: Recherchieren und Forschen gehörte schon zu Beginn seines Studiums dazu. Für ihn gilt seitdem das Motto, „Puzzlestücke werden zu einem Ensemble“, ich habe stets versucht, das Beste aus vielen einzelnen Informationen herauszuholen, um sie dann in Buchform zu bringen“, erzählt Gossi im Gespräch mit der BVZ.

Um genügend Stoff für seine Bücher zu bekommen, hat er viel im Österreichischen Staatsarchiv geforscht, aber auch das Landesarchiv in Eisenstadt war und ist vor ihm nicht sicher. Nachdem er 1998 bis 2000 seine Disseration über die Korrespondenz Maria Theresias mit ihrer Tochter Marie Antoinette behandelte, ging alles Schlag auf Schlag. Das Feuer war in Gossi entflammt, viele weitere Bücher sollten folgen.

Nachdem der passionierte Hobby-Bodybuilder aber auch gerne läuft, war es für ihn naheliegend, dass seine nächsten Bände über die Ultralangstrecke – „Laufen jenseits der 42,195 Kilometer“ handelten. Aber auch das Thema seiner Heimatgemeinde „Lebenswelten jüdischer Familien“ wird von ihm behandelt.

Mit der aktuellen Pandemie „COVID-19“ geht er sachlich um. Auch, wenn es aktuell nicht möglich ist, sein Wissen an das Volk weiterzugeben. „Natürlich war die Bibliothek gesperrt, und auch Lesungen, die ich geplant hatte, mussten abgesagt werden. Das alles hat mich aber nicht daran gehindert, dass ich mich für die nächsten Projekte vorbereitete.“

Vor allem die Wanderausstellung „Es war einmal in Rechnitz“ möchte er unbedingt an die Bevölkerung bringen. Daher hofft Gossi, dass die Pandemie bald wieder Lesungen in altbewährter Form zulässt.