Oberwart/Pinkafeld: Graffiti ohne jeden künstlerischen Wert

Erstellt am 24. Oktober 2022 | 04:58
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Vandalismus graffiti Spraydose Symbolbild
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Foto: shutterstock.com/Mehaniq
Ein 18-jähriger Lehrling sprühte im Frühling polizistenfeindliche Parolen auf Fassaden in Oberwart und Pinkafeld. Weil er schon einmal verurteilt wurde, gab es drei Monate bedingt.

Wegen schwerer Sachbeschädigung musste sich ein 18-jähriger Lehrling aus dem Bezirk Oberwart in der vergangenen Woche vor Jugendrichterin Gabriele Nemeskeri verantworten.

Er hatte im April und Mai dieses Jahres Gebäude in Oberwart und Pinkafeld beschmiert und dadurch einen Schaden von rund 5.000 Euro angerichtet.

Unter anderem hatte er Abkürzungen und Zahlenkombinationen auf die Fassaden gesprüht, die polizeifeindliche Statements zum Inhalt haben.

„Wieso macht man das?“, wollte die Richterin von dem 18-Jährigen wissen.

„Ich habe das auf TikTok gesehen, fand das interessant und habe es probiert“, sagte der Angeklagte. „Es waren Dummheiten“, gab er dann schließlich auch zu. „Es gibt ja tolle Graffitis, aber wenn man Fuck the Police oder irgendwelche Zahlen auf die Fassaden sprüht, das hat ja nicht einmal künstlerischen Wert“, hielt die Richterin dem jungen Mann vor Gericht vor.

„Wollten Sie markieren, dass Sie dort waren?“, hakte sie nach.

„Ich kann es mir selbst nicht erklären“, sagte der Angeklagte.

„Die Besitzer, denen die Gebäude gehören, müssen diese reinigen. Das sieht ja nicht fein aus“, hielt die Richterin ihm vor.

Schloss zu gemietetem Zimmer aufgebrochen

Vorgeworfen wurde ihm auch, das Schloss eines von ihm gemieteten Zimmers in einem Gästehaus beschädigt zu haben.

Der Angeklagte gab zu, dass er das Schloss von einem Schlüsseldienst habe öffnen lassen, nachdem es die Gästehausleitung ausgetauscht hatte. Der Schlossaustausch war vorgenommen worden, weil dem Lehrling nach zwei Abmahnungen der Mietvertrag gekündigt worden war.

Andere Bewohner hatten sich über Lärm und Partys im Zimmer des Angeklagten beschwert.

Der 18-jährige Lehrling aus dem Bezirk Oberwart wurde zu einer Zusatzfreiheitsstrafe von zwei Monaten auf Bewährung verurteilt.

Diese Strafe addiert sich zu einer heuer bereits ausgesprochenen Strafe von drei Monaten bedingt. Der Angeklagte nahm das Urteil an.