Erstellt am 13. Juni 2018, 05:16

von Vanessa Bruckner und Michael Pekovics

„Katastrophentourismus“: Gaffer stören Feuerwehr. Schaulustige aus umliegenden Gemeinden und anderen Bezirken störten vergangene Woche die Einsatzkräfte. Feuerwehr fordert mehr Rücksichtnahme.

Feuerwehren im Dauereinsatz. Die anstrengende Arbeit wurde vor allem in der Vorwoche durch zahlreiche Schaulustige zusätzlich erschwert.  |  BVZ

100 Einsätze in eineinhalb Wochen haben die Riedlingsdorfer Florianijünger hinter sich. „Fad wird uns nicht“, schnauft Kommandant Stefan Zettl und hofft so wie auch die Bevölkerung auf ein Ende der Unwetterserie: „Bis Mittwoch sind wir noch in erhöhter Alarmbereitschaft, dann sollte sich die Lage beruhigen.“

Rückblickend war der 1. Juni am schlimmsten, 14 Feuerwehren mit 230 Mitgliedern waren in Riedlingsdorf im Einsatz, allein an diesem Tag mussten 40 Keller ausgepumpt werden. Neben zahlreichen Florianijüngern aus anderen Gemeinden lockten die Unwetter aber auch viele Schaulustige an. Das hat die Feuerwehr Riedlingsdorf veranlasst, einen Appell zu veröffentlichen: „Bitte blockieren Sie bei Einsätzen keine Straßen und Anfahrtswege und versuchen Sie, den Einsatzfahrzeugen die Anfahrt zu erleichtern.“

„Das entwickelt sich zu Katastrophentourismus“

„Das artet fast schon in eine Art Katastrophentourismus aus, die Anzahl an Schaulustigen wird immer größer“, ärgert sich Zettl im Gespräch mit der BVZ. „Schlimm war es vor allem am Mittwoch der Vorwoche, am zweiten Einsatztag. Fast hätten wir zwei Unfälle verursacht, weil die Leute unkontrolliert mit dem Auto fahren, nicht auf die Straßen achten und lieber filmen und fotografieren. Das waren nicht nur Riedlingsdorfer, da sind auch extra Menschen aus anderen Gemeinden und sogar umliegenden Bezirken gekommen, zum ‚Hochwasser schauen‘.“ Zettl bittet die Bevölkerung um mehr Rücksichtnahme: „Lieber ein bisschen mehr nachdenken und helfen, anstatt zu gaffen.“