Adolf Mathä: Der Vater aller Nikoläuse

Erstellt am 06. Dezember 2022 | 16:27
Lesezeit: 3 Min
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Extra aus Wien angereist. Der Besuch von Nikolaus stellt für viele Kinder ein richtiges Highlight dar. Eine Familie kam sogar aus Wien zu den Großeltern nach Pinkafeld, um dort Besuch vom Nikolaus zu bekommen.
Foto: Fotos: B. Unger
Adolf Mathä aus Pinkafeld überrascht schon drei Generationen an Kindern.

Pinkafeld Langsam klebt er sich den weißen Schnurbart an die Oberlippe, die Albe, das weiße Unterkleid zieht er sich mit einem eleganten Schwung über den Kopf. Der rot goldene Umhang passt zum Burgenland. Dazu der weiße Bart, die weiße Perücke, die Bischofsmütze, den Bischofsstab und goldene Schuhe. Die muss ein ordentlicher Nikolaus schon haben. Adolf Mathä aus Pinkafeld ist Nikolaus seit 49 Jahren. Zur Routine wird es nicht, wenn er von Haus zu Haus zieht und Kinder beschenkt. Denn dazu ist ihm das Amt des prominentesten Heiligen der katholischen Kirche viel zu kostbar.

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Strahlende Kinderaugen. Der Besuch des Nikolaus im eigenen Zuhause ist für viele Kinder etwas ganz besonders.
Foto: Fotos: B. Unger

„Der Heilige Nikolaus ist eine ganz besondere Gestalt ind er christlichen Kirch und er ist einer der wenigen heiligen, die keinen Märtyertod gestorben sind“, sagt Adolf Mathä. Fernab von Europa. Denn die Person des Nikolaus geht auf den Nikolaus von Myra zurück. Und der, lebte in der griechischen Provinz Lykien im antiken Myra - in der heutigen Türkei. „“Ich selbst war schon dort“, sagt der 84jährige. „Und das hat mich im Glauben gefestigter, als ich ohnehin schon war“, sagt der Vater aller Nikoläuse, der nun schon die dritte Generation an Kindern in Pinkafeld und Umgebung beschert.

„Für mich ist das ein sehr erhebendes Gefühl, als Nikolaus unterwegs zu sein.“

„Für mich ist das ein sehr erhebendes Gefühl, als Nikolaus unterwegs zu sein. Man weiß ja nie, was man in den Häusern erlebt, in denen man einkehrt, aber ich hab schon sehr viele wunderbare Dinge erlebt. und ich bin in der glücklichen Lage, dass ich in meiner eigenen Familie meine Kinder, meine Enkelkinder und nun auch die Urenkeln besuche“, sagt Mathä, der felsenfest überzeugt ist, dass ihn seine Enkel nicht erkennen. „Und das ist auch wichtig sagt der Pinkafelder. „Der Glaube an das Christkind und an den Nikolaus ist wichtig für die Entwicklung der Phatasie. Da sind sich selbst Psycholgen einig“, sagt Mathä.

Ausbildung zum Heiligen Nikolaus möglich

Und wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist. Kein Problem. In Pinkafeld gibt es ein ganzes Team an Nikoläusen, die sogar gebucht werden können. „Ich bin die Telefonstimme des Heiligen Nikolaus“, sagt Otmar Posch, der die Nikolausaktion organisert. „Heuer sind es an die 80 Familien, die uns gebucht haben. Gratis und der Erlös der Aktion geht an wohltätige Zwecke“, sagt Posch. Doch was braucht es nun, um ein echter Nikolaus zu werden? „Bei uns beginnen die Leute als Fahrer, um erst mal hinein zu schnuppern einen Einblick in die Abläufe zu bekommen“, erklärt Otmar Posch. „Und wenn sich jemand dazu entschließt zum Team zu kommen, dann wird man sich intensiver damit beschäftigen“, sagt Posch. „Für mich ist das schön“, erklärt Adolf Mathä.

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Verwandlung zum Nikolaus. Bevor Adolf Mathä von Haus zu Haus zieht, verwandelt er sich mich Bart, Perücke, Umhang und viel Liebe zum Detail zum Nikolaus.
 
Foto: Fotos: B. Unger

„Wer zum Team kommen will, ist herzlich willkommen. Aber für mich sind das keine Nikolausdarsteller. Man muss den Heiligen Nikolaus verkörpern. Wer gut reden udn singen kann, hat keinen Nachteil. Ein Nikolaus muss auf die Kinder zu gehen“, sagt Mathä, der im nächsten Jahr ein rundes Dienstjubiläum feiert. „Wenn Gott will, schenkt er mir noch ein Jar. Den 50iger würde ich schon gerne voll machen“.