Schockstarre am Flugplatz in Pinkafeld

Erstellt am 28. Juli 2022 | 06:00
Lesezeit: 3 Min
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Der Flugplatz sorgte in den letzten Jahren immer wieder für Diskussionen.
Foto: Archiv
Der Sportfliegerclub zeigt sich nach dem Absturz eines Kleinflugzeuges bestürzt.

Am Samstag startete gegen 11 Uhr ein Ultraleichtflugzeug vom Flugplatz in Pinkafeld Richtung Wechselgebiet.

Der Flug fand nicht, wie erst angenommen, im Rahmen des Benefizflugtages des Sportfliegerclubs Pinkafeld statt, sondern war ein privater Ausflug. Gesteuert wurde das Flugzeug von einem 56-jährigen Mann, mit in der Maschine war ein guter Bekannter von diesem im Alter von 67 Jahren. Beide Männer stammten aus dem Bezirk Hartberg-Fürstenfeld. 15 Minuten nachdem das Flugzeug abhob, setzte der Pilot einen Funkspruch ab, in dem er Rauch im Cockpit meldete. Anschließend brach der Kontakt zum Flugzeug ab. Die Flugplatzleitung verständigte daraufhin die Einsatzkräfte.

Im Rahmen einer groß angelegten Suchaktion fand gegen 16.30 Uhr ein Hubschrauber des Innenministeriums Wrackteile des Flugzeuges in einem schwer zugänglichen Waldstück im Bereich der Ortschaft Festenburg, die zur Gemeinde St. Lorenzen am Wechsel gehört. Für die Insassen des Kleinflugzeuges kam jede Hilfe zu spät. Ihre Angehörigen werden vom Kriseninterventionsteam betreut.

Wrackteile untersucht

Die Wrackteile wurden bereits am darauffolgenden Tag von Sachverständigen untersucht. Dabei wurden Ruß- bzw. Schmauchablagerungen im Motorraum festgestellt, diese Aufklärung untermauert die via Funk weitergegebenen Angaben des Piloten. Für die Beurteilung der genauen Unfallursache sind aber noch weitere und länger andauernde Detailuntersuchungen von Einzelteilen erforderlich. Dafür wurde das Flugzeug aus dem schwer zugänglichen Waldgebiet, das in über 1.000 Metern Höhe liegt, geborgen. Im Rahmen der Bergung wurde auch verunreinigtes Erdreich abgebaggert und entsorgt, aus der Maschine sind nämlich rund 50 bis 55 Liter Treibstoff ausgetreten. Umweltschäden im größeren Ausmaß dürften laut der Landespolizeidirektion Steiermark jedoch nicht eingetreten sein.

Diskussionen um Flugplatz erneut angeheizt

Durch den Unfall wurden die Diskussionen um den Flugplatz erneut angeheizt. Seit Jahren gibt es immer wieder Debatten rund um den Lärm, der durch die Flugzeuge entsteht, außerdem wird immer wieder auf das mögliche Sicherheitsrisiko hingewiesen.

Nach dem tragischen Unglück sieht nun Stadtrat Horst Franz (SPÖ) dringenden Handlungsbedarf. Sein Mitgefühl gelte den Angehörigen der Verstorbenen, er denke aber auch an die PinkafelderInnen. Franz weist auf die Gefahren des Flugsports hin und auch darauf, dass unzählige Starte und Landungen über dem Stadtgebiet durchgeführt werden. Der Stadtrat fordert, dass diese sofort untersagt und verboten werden und appelliert an die kollektive politische Verantwortung des Gemeinderats.