Erstellt am 17. Oktober 2018, 09:10

von Malcolm Zottl

Alissa Mörz: Eine Lern-WM mit großen Aufgaben. Alissa Mörz (16) ist die erste Burgenländerin bei einer WM und könnte für Österreich der entscheidende Faktor sein.

Alissa Mörz, hier am Balken. Fix turnt sie am Sprung und am Boden.  |  GEPA

Am Sonntag hob das Flugzeug Richtung Doha ab. Das Ziel: die Weltmeisterschaft von 25. Oktober bis 3. November. Mit an Bord war die Mattersburgerin Alissa Mörz. In Katar wird die 16-Jährige rot-goldene Sportgeschichte schreiben. Am 27. Oktober – da ist Österreichs Damen-Team in der Qualifikation im Einsatz – wird Mörz die erste Burgenländerin sein, die bei einer Turn-Weltmeisterschaft in der Allgemeinen Klasse am Start steht.

In der Vorbereitung war der Verletzungsteufel ständiger Wegbegleiter der österreichischen Equipe. Mehrkampf-Staatsmeisterin Marlies Männersdorfer riss sich Bänder im Ellbogen, wird die WM mit Sicherheit verpassen. Elisa Hämmerle und Jasmin Mader sind fraglich. So könnte es kommen, dass Mörz an allen vier Geräten – Sprung, Boden, Stufenbaren und Schwebebalken – zum Einsatz kommt. „Das hat die Vorbereitung für mich schwerer gemacht, aber es ist nicht so, dass ich das nicht schaffen könnte“, erzählt Mörz mit dem Nachsatz:

„Es wäre gut, wenn die anderen zwei turnen können. Sie haben die schwierigeren Übungen, für die es mehr Punkte gibt.“ Fix ist: Alissa startet, wie bei der EM, am Sprung und erstmals bei einem Großereignis auch am Boden.

„Ich bin ja die jüngste Österreicherin hier und eine der jüngsten Starterinnen überhaupt.“Alissa Mörz (16) hat sich für die WM keine persönlichen Platzierungsziele gesetzt.

Das Ziel der Österreicherinnen ist Platz 24 im Team, so würde man auch bei der WM 2019 in Stuttgart einen Startplatz erhalten. Wie realistisch das ist? „Wahrscheinlich darf nichts vorkommen, es muss alles passen und sitzen. Es dürfen keine Stürze passieren, das ist schon schwierig“, erörtert Mörz. Pro Gerät werden vier Turnerinnen am Start sein, das schlechteste Resultat wird gestrichen.

Und was nimmt sich Mörz persönlich vor? „Ich bin ja die jüngste Österreicherin in Doha und eine der jüngsten Starterinnen überhaupt. Eine Platzierung habe ich mir nicht vorgenommen.“ Außerdem möchte sie die Chance nutzen die großen Turn-Stars kennenzulernen. „Mit Leuten zu turnen, die man eigentlich nur aus dem Fernsehen von Olympia kennt, ist schon ziemlich cool.“

Die Geschwister Charlize, Collien und Nicholas verabschiedeten Alissa vor dem Abflug.   |  zVg