Behörde widerruft Bescheid. Update: Sabine Gollnhuber darf wieder Gäste in den Garten ihres Weihnachtshauses lassen. Schriftlicher Positiver Bescheid der Bezirkshauptmannschaft Oberwart nach Prüfung in der Abteilung 6 der Burgenländischen Landesregierung.

Von Daniel Fenz. Update am 17. Dezember 2020 (11:37)
Sabine Gollnhuber

Das Weihnachtshaus Bad Tatzmannsdorf darf seit heute, Donnerstag, 17. Dezember 2020, wieder von 16.30 Uhr bis 20 Uhr unter Einhaltung der Präventionsmaßnahmen öffnen!

"Es ist alles gleichzeitig gelaufen, ich habe einen Brief von der Bezirkshauptmannschaft erhalten, die Gemeinde hat mich angerufen, dass ich mit sofortiger Wirkung wieder aufsperren darf", erzählt Sabine Gollnhuber.

Im Auszug aus dem Brief der BH Oberwart heißt es: "Nach eingehender Prüfung der Sach- und Rechtslage der Abt. 6 der Burgenländischen Landesregierung ist das Weihnachtshaus nicht als Freizeiteinrichtung zu sehen und das Betreten nicht verboten. Es gibt keine Verletzung der COVID-19-Maßnahmen, daher gibt es keinen Untersagungsgrund".

Sabine Gollnhuber ist froh über die Entscheidung, "ab heute, 16.30 bis 20 Uhr, ist bis 10. Jänner 2021 das Weihnachtshaus wieder geöffnet. Ab 20.10 Uhr gehen die Lichter aus, da ja um 20 Uhr die Ausgangssperre in Kraft tritt. Es werden alle Maßnahmen eingehalten." Die Bad Tatzmannsdorferin bittet dabei auch, dass die Leute vor allem unter der Woche kommen. "Das wäre besser, um Staubildungen an den Wochenenden zu vermeiden."

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Die Nachricht von Sabine Gollnhuber, dass sie ihr Weihnachtshaus schließen muss, sorgte in den sozialen Medien für viele Nachrichten und auch Aufregung darüber, warum keine Besucher mehr auf den Sulzriegel kommen dürfen. Sabine Gollnhuber meldete sich dazu auch auf Facebook zu Wort: „Mehr als 100.000 Nachrichten, Reaktionen und liebe Worte habe ich innerhalb der paar Stunden nach der behördlichen Schließung des Weihnachtshauses Bad Tatzmannsdorf bekommen. Danke, fühlt euch von mir aus der Ferne gedrückt....“, heißt es von ihrer Seite.

Gesetz verbietet eine Öffnung des Hauses

Die Schließung wurde von der Gemeinde und Bürgermeister Gert Polster im Auftrag der Bezirkshauptmannschaft vorgenommen. „Durch die gesetzlichen Corona-Regeln ist es nicht möglich, diese Veranstaltung durchzuführen. Die Sinnfrage wird hier nicht gestellt“, erklärt Polster. Der Ortschef bejaht, dass es zuerst eine gültige Verordnung gab, dass Sabine Gollnhuber ihr Weihnachtshaus für Gäste aufsperren darf. „Dieser Bescheid wurde nun ersetzt, die Schließung wurde mit dem neuen Bescheid der Gemeinde veranlasst, im Auftrag der Bezirksbehörde. In Zeiten wie diesen sollte es keine Menschenansammlung geben“, so Polster.

Bezirkshauptmann Helmut Nemeth sagte dazu: „Als Gesundheitsbehörde haben wir zu achten, dass die ‚COVID-19‘-Schutzmaßnahmen eingehalten werden. Beim Weihnachtshaus handelt es sich um eine Freizeiteinrichtung, wo das Betreten derzeit untersagt ist. Es ist richtig, es erfolgte bereits eine schriftliche Mitteilung an Frau Gollnhuber.“ Nemeth weist in diesem Zusammenhang auch darauf hin, „es sei kein Willkürakt gewesen, es geht darum, dass wir die Infektionsgefahr vermindern oder vermeiden. Das Betreten solcher Einrichtungen ist derzeit verboten. Die Verordnung gilt bis 23. Dezember.“

Sabine Gollnhuber will sich aber noch nicht zufriedengeben und hat ihre Anfrage und Bitte an Landeshauptmann Hans Peter Doskozil weitergeleitet. Bis zu Redaktionsschluss bekam sie aber noch keine Rückantwort. Daher begann sie noch am Dienstag, Absagen an die bereits angemeldeten Besucher für ihr Weihnachtshaus zu verschicken. Sabine Gollnhuber sagte dazu: „Ich habe mich am Montag sehr geschämt. Rudi Roubinek wollte für den ORF eine Sendung bei uns aufnehmen. Sie konnten nicht fertiggedreht werden. Ich bin mir wie eine Verbrecherin vorgekommen.“ Die Bewohnerin des Ortsteiles Sulzriegel versteht bis heute nicht, warum sie ihr Haus nicht aufsperren darf. „Ich hoffe, dass sich die Sache bis zum Samstag noch zum Positiven wendet. Mir geht schön langsam die Energie aus.“